Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft.
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mochte jedoch den Charakter eines eklatanten Sieges nicht durchzu
setzen. Von größter Enttäuschung dürfte die geringe Barzeichnung
sein, und sie ist nicht geeignet, das Schatzamt in Kürze nochmals auf
den Weg der festen Anleihe zu weisen. Nach wie vor wird somit die
Republik zur Ausgabe kurzfristiger Schatzwechsel, zur Kreditaufnahme
im Ausland und zur weiteren Inanspruchnahme der Notenbank ange
wiesen sein.
Bis zur Wende des Jahres 1915 hatte das Schatzamt die Kosten
des Krieges mit Hilfe der Notenbank, der Emission von Schatzscheinen
und der ersten großen Rentenanleihe zu tilgen gesucht. In einem Ver
gleich der Gesamtausgaben für diese Kriegsperiode mit dem nominellen
Ertrag aus jenen Kapitalquellen geht das Verhältnis zwischen Dienst
leistung der Notenbank und der anderen Stützen deutlich hervor. Mit
R i b o t können die Kriegskosten vom 1. August 1914 bis zum 31. De
zember 1915 auf rund 28,5 Milliarden Frcs. veranschlagt werden. Nach
den bekannt gewordenen Ziffern waren andererseits die Einnahmen:
1. Notenbank-Vorschüsse 7 600,00 Milk Frcs.
2. Erlös aus N.-V.-Wechseln bis zum 31. Dezember 1915 (abzüglich
aller Konversionen) 6 963,00 „ „
3. Erlös aus N.-V.-Obligationen bis zum 31. Dezember 1915 (abzüg
lich der Konvertierung in die 5 % Rente) . 632,00 „ „
4. Erlös aus Krediteröffnungen im Auslande (schätzungsweise ermit
telt und abzüglich der Erneuerung alter Kredite) .... etwa 1 500,00 „ „
5. Erlös aus der 5% Rente (Kurswert abzüglich der 3%% Rente
und y 3 der 3 % Rente) 12 742,00 „ „
Gesamteinnahme des Schatzamtes 29 437.00 Mül. Frcs.
Es stehen also nach dieser, natürlich etwas problematischen Aufstel
lung der Kriegskosten von 28,5 Milliarden Frcs., Einnahmen von 29,5
Milliarden Frcs. gegenüber. Die Bilanzierung der Ausgaben durch die
spärlich fließenden Einnahmen war nicht leicht und konnte nur unter
den geschicktesten Wendungen und einer höchst dehnbaren Anpas
sung an die wirtschaftlichen und militär-politischen Situationen er
reicht werden.
Von dem Finanzminister wurde in einer späteren Zeit — Bericht
in der Kammer am 15. Februar 1916 — eine Übersicht von den Kriegs
kosten und eine ausführliche Spezifikation der Einnahmen des Schatz
amtes im Laufe des Jahres 1915 gegeben, die für einen Vergleich mit
den vorangegangenen, im August 1915 vorgenommenen Berechnungen
von Interesse sein dürften.
Aus den Kreditoperationen und Haupteinnahmequellen zog das
Schatzamt in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1915 gegen 22 873
Mill. Frcs.
Anleihe
Zeichner
I
1 i7Z 233
II
2 691 000
III
3 355 176
IV
5 279 000