Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

haben,  wie  vorauszusehen  und  -gesagt  war,  die  Ziffern  gewaltig  erhöht.
Auf  den  Monat  belaufen  sich  die  rein  militärischen  Ausgaben  auf  1750  Mill.
Frcs.,  d.  h.  34  Milliarde  Frcs.  mehr  als  für  den  gleichen  Zeitraum  in  den
letzten  drei  Monaten  des  Jahres  1915  und  fast  1  Milliarde  mehr  als  sie
für  einen  Monat  im  Jahre  1914  ausmachten.  Und  der  Finanzminister
sagte  in  seinem  Expose  an  einer  Stelle:  „Im  ganzen:  die  Steigerung
neigt  sichtlich  dazu,  sich  zu  beschleunigen“.
Auf  der  anderen  Seite  erhöhen  sich  die  indirekten  Lasten  des  Krieges,
die  Ausgaben  für  die  Zivilverwaltung,  an  deren  erster  Stelle  die  sozialen
Lasten  stehen.  Die  Gesamtbedürfnisse  der  Zivilverwaltung  für  das  Jahr
1916  wurden  auf  5358  Mill.  Frcs.  veranschlagt  unter  der  Voraussetzung,
daß  die  heutigen  Kriegszustände  weiter  bestehen  bleiben.  Für  1914
waren  sie  auf  4999  Mill.  Frcs.  angesetzt,  so  daß  hier  ein  Plus  von  359  Mill.
Frcs.  zu  verzeichnen  ist.  Als  wichtigster  Posten  kann  wohl  die  Unterstützung ­
  der  Familien  mobilisierter  Krieger  angesehen  werden.  Hier
betragen  die  Unterstützungsgelder  für  einen  Monat  etwas  über  200  Mill.
Frcs.  Bereits  im  Laufe  des  Jahres  19x5  stiegen  sie  von  68  auf  178  Mill.
Frcs.  Für  das  ganze  Jahr  1916  schätzt  sie  der  Finanzminister  auf  rund
2800  Mill.  Frcs.  Zur  Unterstützung  der  Flüchtlinge  und  für  Hilfeleistungen
in  den  von  der  Invasion  betroffenen  Gebieten  werden  50  Mill.  Frcs.  bereitgestellt. ­

Mitte  Februar  trat  der  Finanzminister  wiederum  mit  einet  neuen
Kreditforderung,  und  zwar  für  die  Zeit  vom  1.  April  bis  30.  Juni  1916
an  die  Kammer  heran.  Es  war  von  allen  Kreisen  vorausgesehen,  daß
die  nächsten  3  Monate  einen  bedeutenden  Mehraufwand  gegenüber
den  vergangenen  Epochen  zu  verzeichnen  haben  würden,  im  Hinblick
auf  die  geplante  Frühjahrsoffensive  und  ihre  Vorbereitungen.  Man  wird
wohl  aber  um  so  angenehmer  überrascht  gewesen  sein,  als  der  Finanzminister ­
  insgesamt  nur  8475  Mill.  Frcs.  forderte,  d.  h.  ein  Plus  von  302
Mill.  Frcs.  gegenüber  der  letzten  Kreditforderung.  Im  Rahmen  des
allgemeinen  Budgets  entfällt  der  Hauptanteil  wiederum  auf  die  militärischen ­
  Ausgaben,  die  vom  Schatzamt  auf  rund  6333  Mill.  Frcs.  veranschlagt ­
  wurden.  Es  ist  also  eine  Zunahme  von  385  Mill.  Frcs.  auf  die
rein  militärischen  Ausgaben  zu  verzeichnen.  Diese  Steigerung  ist,  wie
der  Finanzminister  angibt,  vornehmlich  auf  erhöhte  Materialanschaffungen ­
  zurückzuführen.  Er  gibt  einige  Ziffern  für  bestimmte  militärische
Ausgaben  an,  die  von  illustrativem  Wert  für  die  gewaltigen  und  nach
vielen  Richtungen  unproduktiven  Aufwendungen  sind.  Allein  für  die
im  Kriege  zur  machtvollsten  Waffe  ausgebaute  Artillerie  werden  2450
Mill.  Frcs.  ausgeworfen,  und  sie  erfordert  damit  von  den  gesamten  militärischen ­
  Ausgaben  etwa  39%.  Einige  andere  Posten  sind  zwar  kleiner,
aber  zählen  dennoch  nach  Millionen  und  verschwinden  keineswegs  unter
den  Milliardenziffern.  Es  werden  gefordert  (Neuanschaffung  usw.):
Für  das  Flugwesen  82,80  Mill.  Frcs.
„  Eisenbahnen  13,00  „  „
,,  Transportwesen  67,00  ,,  ,,
            
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