Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

187

Für  Schlafgelder,  Quartiergelder  bei  Einwohnern,  Einrichtungen ­

  usw  13)7°  Mill.  Frcs.
„  Feldlager  für  die  Kolonialtruppen  11,50  „  „
„  Kasernen  und  andere  militärische  Bauten  .  .  .  4,50  „  „
„  Viehfutter  20,70  „  „
„  Nahrung  für  die  Armee  35,20  „  „
„  Materialien  der  Genietruppen  43,80  „  „
„  Pferdeankauf  62,20  „  „
„  Heizung  und  Beleuchtung  8,80  „  „
„  Zuschüsse  zur  Pulverfabrikation  44.00  „  „

und  weitere  Bedürfnisse,  wobei  wohl  beachtet  sein  muß,  daß  diese  Summen
für  3  Monate  berechnet  sind.  In  der  Übersichtstabelle  sind  die  weiteren
Ausgaben  für  den  öffentlichen  Schuldendienst,  soziale  Ausgaben,  in  ihrer
Gesamtziffer  eingefügt  und  sollen  hier  näher  nicht  betrachtet  werden.
Nur  noch  ein  Vergleich  mit  absoluten  Zahlen  möge  durchgeführt  sein,
der  einen  Begriff  von  der  Steigerung  der  Kriegslasten  gibt.  Die  Gesamtausgaben ­
  für  das  Jahr  1915  betragen  rund  22  Milliarden  Frcs.,
während  das  erste  Semester  des  laufenden  Jahres  allein  schon  16,5  Milliarden ­
  Frcs.  beansprucht,  wobei  mögliche  nachträgliche  Zuschüsse  nicht
in  Rechnung  gestellt  sind,  die  das  Bild  noch  ungünstiger  beeinflussen
dürften.  Es  besteht  die  Wahrscheinlichkeit  einer  Fortführung  des
Krieges  bis  zum  Ende  des  Jahres  1916.  Nimmt  man  an,  daß  die  Ausgaben ­
  konstant  bleiben,  so  erreichen  sie  am  31.  Dezember  1916  schon
die  gewaltige  Höhe  von  33  Milliarden  Frcs.  und  damit  im  Vergleich
zum  Vorjahre  eine  Steigerung  von  n  Milliarden  Frcs.
Im  Mai  forderte  R  i  b  o  t  von  der  Kammer  weitere  provisorische
Kredite  für  das  dritte  Quartal  des  laufenden  Budgetjahres:  7891  Mill.
Frcs.  im  allgemeinen  und  619  Mill.  Frcs.  im  außerordentlichen  Budget.
Damit  erreichen  die  seit  Kriegsausbruch  bewilligten  Kredite  rund  52,5
Milliarden  Frcs.,  die  sich  durch  die  fünf  Zwölftel  des  Budgetjahres  1914
auf  etwa  54,5  Milliarden  Frcs.  erhöhen.  Wiederum  sind  es  die  militärischen ­
  Anforderungen,  die  im  dritten  Quartal  eine  beträchtliche
Steigerung  zu  verzeichnen  haben,  nämlich  131,6  Mill.  Frcs.  gegenüber
dem  zweiten  Quartal.  Demnach  ist  ihre  absolute  Höhe  6464,6  Mill.
Frcs.  Damit  steigen  auch  die  monatlichen  Kriegslasten,  die  von  durchschnittlich ­
  1400  Mill.  Frcs.  für  1914  über  1800  bis  1900  Mill.  Frcs.  für
1915  auf  über  2600  Mill.  Frcs.  für  1916  anwuchsen.  Der  Finanzminister
legte  sich  in  seinem  Expos6  über  die  künftige  Gestaltung  der  Ausgaben
die  größte  Zurückhaltung  auf,  die  durchaus  verständlich  ist.  Aus
seinen  mit  bemerkenswerter  Sachlichkeit  vorgetragenen  Angaben  über
die  Erfolge  des  Schatzscheinverkaufs  und  der  ausländischen  Kredit--operationen
  ist  zu  entnehmen,  daß  beide  weit  davon  entfernt  sind,  Zufriedenheit ­
  und  den  Wunsch  auszulösen,  daß  es  in  den  gleichen  Bahnen
nur  so  weiter  gehen  möge.  Aus  dem  Schatzwechselverkauf  wurden
vom  31.  Dezember  1915  mit  3057  Mill.  Frcs.  bis  Mitte  Mai  mit  10  020
Mill.  Frcs.  gegen  6963  Mill.  Frcs.  erzielt.  Der  Absatz  von  fünfjährigen
National-Verteidigungs-Obligationen,  der  für  längere  Zeit  überhaupt
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.