Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

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möglich  sein  wird,  noch  weitere  5  Monate  in  dem  gleichen  Umfange
nach  beiden  Richtungen  hin  zu  wirken.  Und  es  ist  auch  sehr  unwahrscheinlich, ­
  daß  mit  dem  31.  Dezember  1916  der  Friede  in  das  Land
einzieht.  Es  bleibt  auch  jetzt  wieder  nur  noch  der  Ausweg  vom  August
1915:  die  zweite,  große  nationale  Renten-Anleihe.  Möglich,  daß  sie  einen
Erfolg  erzielt,  der  von  den  drückenden  Sorgen  befreien  kann.
Im  gewohnten  Kreislauf  legt  inzwischen  der  Finanzminister  der
ßudgut-Kommission  wieder  den  fällig  gewordenen  Gesetzesentwurf  über
die  erforderlichen  Kriegskredite  vor.  Für  das  letzte  Viertel  des  laufenden ­
  Jahres  fordert  er  einen  provisorischen  Kredit  von  9133  Milk  Frcs.,
von  denen  8347  Mül.  Frcs.  auf  das  ordentliche  und  786  Mül.  Frcs.  auf
das  außerordentliche  Budget  entfallen.  Aus  dieser  neuen  Forderung  ist
die  Tendenz  steigender  Kriegskosten  abermals  sichtbar.  Denn  im
dritten  Vierteljahr  waren  insgesamt  8681  Mül.  Frcs.  genehmigt,  so  daß
die  Zunahme  jetzt  452  Mül.  Frcs.  beträgt.  Hiervon  entfällt  ein  Betrag
von  134  Milk  Frcs.  auf  Mehrausgaben  rein  militärischer  Natur  gegenüber
dem  dritten  Quartal.
Für  das  Jahr  1916  erreichen  die  Kredite  eine  Summe  von  32  351
Mill.  Frcs.,  und  die  allmählich  gesteigerten  Kreditforderungen  für  das
Jahr  1915  ergaben  in  ihrer  Endsumme  einen  Betrag  von  22  706  Mill.
Frcs.,  für  das  Jahr  1914:  12  012  Mill.  Frcs.  In  diesen  gewaltigen  Beträgen ­
  haben  die  Kriegsausgaben  den  ausschlaggebenden  Anteil,  während ­
  die  Lasten  für  den  inneren  Dienst  weit  geringer  sind,  obwohl  auch
sie  natürlich  durch  die  Verbuchung  von  außergewöhnlichen  Ausgaben,
die  durch  indirekte  Kriegseinwirkung  bedingt  sind,  so  in  erster  Linie
des  Zinsendienstes  der  Staatsschulden,  sozialen  Fürsorge,  Ernährung
der  Zivilbevölkerung,  Unterstützung  der  Flüchtlinge  u.  a.  m.,  hohe
Summen  erreichen.  Werden  einmal  ausschließlich  die  rein  militärischen
Ausgaben  den  bewilligten  Krediten  der  Jahre  1914,  1915  und  1916
zum  Vergleich  gegenübergestellt,  so  zeigen  sie  das  nachstehende  beachtenswerte ­
  Bild  in  Mill.  Frcs.):
Verhältnis  der  Gesamtkredite  zu  den  militärischen  Ausgaben
1914—1916.

Jahr

Gesamtbetrag
der  Kredite

Militärische
Ausgaben

Zunahme

absolut

prozentualer
Anteil

IW

6  589,00

5  867,00

88,9

1915

22  706,00

15  705,00

9705,00

69,  r

1916

32  351,00

23  35o,oo

9690,00

72,3

In  derselben  Weise  zeigen  auch  die  monatlichen  Kriegskosten  eine
unentwegt  anwachsende  Richtung,  deren  zahlenmäßiger  Ausdruck
in  runden  Ziffern  seit  dem  1.  August  1914  bis  zum  31.  Dezember  1916
in  den  nachstehenden  Tabellen  (S.  190)  aufgezeichnet  ist.
Es  brauchen  bei  Betrachtung  dieser  Ziffern  keine  Daten  über  die
Kriegslasten  der  anderen  Kriegführenden  zum  Vergleiche  herangezogen
            
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