Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

schon  aus  den  wenigen  allgemeinen  Anhaltspunkten,  die  von  der  französischen ­
  Regierung  vorliegen,  und  die  nur  Geltung  haben  für  einen
Kriegsschauplatz,  der  etwa  600  km  Grabenlänge  umfaßt  g>  gen  eine  etwa
1800  km  lange  Front  (Westen  und  Osten)  z.  B.  Deutschlands,  wird  leicht
zu  ermessen  sein,  welche  riesigen  Ausgaben  also  Deutschland  für  die  hier
hauptsächlich  genannten  Dienste  zu  bewirken  haben  wird,  um  den  Kampf
erfolgreich  führen  zu  können.  Auch  bei  den  verbündeten  und  feindlichen
Staaten  Deutschlands,  bei  England,  bei  Rußland,  Italien  usw.  dürften
die  Aufwendungen  nach  Milliarden  zugenommen  haben,  so  daß  mit
der  eigenen  ökonomischen  Gefährdung  auch  die  der  Verbündeten  und
Feinde  Frankreichs  in  vielleicht  annähernd  gleichem  Umfange,  bei  dem
einen  früher  als  bei  den  anderen,  in  Erscheinung  und  Wirksamkeit  treten
muß.  Aber  solange  das  militärische  Regime  die  lückenlose  Aufrechterhaltung ­
  aller  der  zur  siegreichen  Fortsetzung  des  Kampfes  notwendigen
Zuwendungen  an  Menschen,  Gütern  und  Kriegsausrüstungen  jeder
Art  braucht  und  fordert,  werden  die  hinter  den  Schützengräben  fließenden ­
  Quellen  nicht  versiegen,  es  sei  denn,  aus  natürlicher  Erschöpfung.
So  in  Frankreich,  so  beim  Feinde.
Unter  diesem  Gesichtspunkt  wird  es  nun  lehrreich  sein,  einmal  die
Einnahmequellen  des  französischen  Schatzamtes  auf  Grund  der  Mitteilungen ­
  von  Ri  bot  nach  ihrem  Ergiebigkeits-Koeffizienten  zu  untersuchen, ­
  um  hieraus  eine  gewisse  Kritik  über  das  Verhältnis  der  Lasten
zu  den  Trägern  zu  gewinnen.  Es  mögen  immer  zunächst  die  Einnahmen
des  Schatzamtes  während  der  beiden  ersten  Kriegsjahre  i.  August  1914
bis  31.  Juli  1916  dargelegt  werden,  bevor  auf  eine  Berechnung  der  möglichen ­
  Gesamteinnahmen  bis  zum  Tage  der  letzten  Budget-Aufstellung,
also  dem  31.  Dezember  1916,  übergegangen  wird.
Von  den  budgetären  Eingängen  für  die  Berichtszeit  wurde  unter
vorsichtiger  Schätzung  durch  das  Schatzamt  ein  Ertrag  von  etwa  8052
Mill.  Frcs.  erhofft.  Tatsächlich  war  das  Ergebnis  bedeutend  niedriger.
Es  kamen  lediglich  6246,7  Mill.  Frcs.  ein,  d.  h.  ein  Mindererlös  von  1805
Mill.  Frcs.  oder  22,4  %.  In  schematischer  Zusammenstellung  ergibt
die  Bewegung  der  indirekten  Einkünfte  das  folgende  Bild  (in  1000  Frcs):

Budget-Einnahmen  in  den  beiden  ersten  Kriegsjahren.

Eingänge

Perioden

Effektive

Budget-Voranschlag


Ausfall

1.  August  bis  31.  Dezember  1914  .  .  .

968  663

1  683  733

715  070

1.  Januar  bis  31.  Juli  1915
Erstes  Kriegsjahr

1  833  289
2  801  952

2  309  595
3  993  328

476  306
1  191  376

1.  August  bis  31.  Dezember  1915  .  .  .

1  344  246

1693  404

349  158

1.  Januar  bis  31.  Juli  1916
Zweites  Kriegsjahr
Erstes  und  zweites  Kriegsjahr  .  .  .

2  IOO  502
3  444  748
6  246  700

2  365  758
4  059  162
8  052  490

265  256
614  414
1  805  79°

Im  ersten  Kriegsjahr  wurden  offenbar  die  Einkünfte  an  Steuern,
Zöllen,  aus  Monopolen  usw.  noch  recht  zuversichtlich  beurteilt.  Davon
            
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