2. Die Konjunktur während und nach dem Kriege.
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auf, und vielfach wurde in diesen Zeiten das Ausland auf den deut
schen Märkten sogar konkurrenzfähig. Das Publikum wartete dann
im Inland bei seinen Einkäufen auf das Sinken der Preise, es setzte
der bekannte Käuferstreik ein, so daß damit von zwei Seiten her
der Absatz der Industrie in Frage gestellt wurde. Diese schwierige
Lage für Handel und Industrie dauerte so lange, bis die Inlands
preise entsprechend den Weltmarktspreisen gesunken waren oder
bis ein erneutes Sinken der Markvaluta eintrat.
Diese Einwirkung einer steigenden Valuta auf die Konjunktur
lage konnte man zuerst deutlich im Jahre 1920 beobachten, wo im
Frühjahr der Wert der Mark erheblich zu steigen begann, wie die
folgende kleine Zahlenreihe zeigt:
Es betrug der Monatsdurchschnittskurs für einen Dollar in Mark
im Jahre 1920:
Januar 64,80 Mai
Februar 99,11 Juni
März 83,89 Juli
April 59,64 August
46,48
September 57,98
39,13
Oktober
68,17
39,48
November
77,24
47,74
Dezember
73,00
Ähnliche Wirkungen auf den Auslandsabsatz der deutschen
Industrie waren dann vor allem auch in den ersten Monaten des
Jahres 1923 zu verzeichnen, als im Zusammenhang mit der Ab
wehraktion gegen den Ruhreinfall die Reichsbank den Dollarkurs
halbierte und den Wert der Mark längere Zeit stabil hielt.
Die gleichen Wirkungen für den Auslandsabsatz der heimischen
Industrie mußten aber auch dann eintreten, wenn sich bei uns eine
Anpassung der Inlands- an die Weltmarktpreise vollzogen hatte und
wenn nicht in der gleichen Zeit diese Entwicklung durch eine Ver
schlechterung der Markvaluta in einem dem Export günstigen Sinne
kompensiert wurde. Einen solchen Zustand hatten wir z. B. um die
Mitte des Jahres 1922. In dem Wochenberichte der von der Heydt-
Kerstens-Bank vom 27. Juni 1922 wurde damals ausdrücklich darauf
hingewiesen, daß die deutsche Konkurrenz für die holländische
Industrie geringer geworden sei, „da die allmähliche Anpassung des
deutschen Preisniveaus an die Entwertung der Mark im Auslande die
Marge für den deutschen Exporthandel wesentlich verringert habe“.
Auch manche Maßnahmen, welche das Ausland, um der deut
schen Konkurrenz zu begegnen, ergriff, konnten nach der gleichen
Richtung hin wirksam sein. Hierher gehörten z. B. die besonderen
„Dumping-Zölle“ für die deutsche Einfuhr, Exportkredite für die
eigene Industrie, Lohnherabsetzungen und Verlängerung der Arbeits
zeit im eigenen Lande, um der deutschen Konkurrenz begegnen zu
können. Das sind dann die Zeiten, in welchen wir auch in anderen
Mombert, Studium der Konjunktur. ^