Full text: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
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sehe Reichsbank" mit den Worten kennzeichnet und festhält, die wohl 
auch ohne Einschränkung auf Frankreich übertragen werden können; 
„daß während einer Kriegskrisis von solcher Schwere die Bevöl 
kerung das in ihrem Besitz befindliche Gold freiwillig zur Zentralnoten 
bank trägt und dagegen Noten fordert, steht in der Bank- und Münz 
geschichte aller Länder und Völker ohne Beispiel da, und ist ein über 
zeugender Beweis nicht nur für den unerschüttei liehen Kredit der Reichs 
banknoten, sondern auch für die Stärke der im Lande vorhandenen 
Reserven an Reichsgoldmünzen und für die wirtschaftliche Einsicht 
und Opferfreudigkeit unseres Volkes“ 1 ). 
Als letzter Posten sind die Vorschüsse an den Staat und die Ver 
bündeten anzuführen, die bereits eine kurze Darlegung erfahren haben. 
Sie sind es, die wohl allen anderen Posten des Bankausweises ein so 
verändertes Aussehen aufgeprägt haben, die die Notenbank zwangen, 
iiuer Notenemission keine Grenzen zu setzen, in der Kreditgewährung 
recht sorgfältig vorzugehen, die gewaltige Goldbewegung in Szene zu 
setzen u. a. m. Auf ihre Entwicklung und Zusammenhänge wird nochmals 
unter dem Kapitel „Staatsfinanzen“ eingegangen werden, unter dem 
auch die Leistungen der Notenbank für die Kriegsfinanzierung eingehender 
als bisher darzulegen sind. 
Eine systematische Anordnung der einzelnen Posten im Wochen 
ausweise gibt interessante Aufschlüsse über die bilanzmäßige Be 
schaffenheit und Güte des gesamten Status der Notenbank. Es 
mögen daher die wechselseitigen Beziehungen zwischen Aktiv- und 
Passivseite einer analytischen Betrachtung unterzogen und die Ein 
wirkungen des Krieges auf ihren Liquiditätsgrad hin geprüft werden. 
Hierzu sollen vier Bilanztage herausgegriffen werden, die nach ihrer 
seitlichen Richtung vielleicht besonders geeignet sein dürften: 24. Juli 
1914 — 29. Juli 1915 — 30. Dezember 1915 —3. August 1916 (S. 48 u. 49). 
Als Grundlage, auf die alle anderen aktiven Postengruppen bezogen 
werden, dienen die Verbindlichkeiten, also die Passiva, soweit sie die 
Notenbank zur sofortigen Realisierung verpflichten. Zu ihnen zählen 
der Notenumlauf und die Guthaben des Staates als auch der Privaten, 
die daher in einen Posten zusammengezogen werden müssen. Die Giro 
guthaben sind deshalb in den Posten „Gesamtverpflichtungen“ einzu 
rechnen, da sie jederzeit ganz in Noten realisiert Werden können. Die 
Aufstellung ergibt für diese passiven Bestandteile in der Bilanz vom 
24. Juli 1914 7 256,00 Mül. Frcs. 
29. Juli 1915 15 193.00 ,. .. 
30. Dezember 1915 . . 15 597.°° .. .. 
3. August 1916 ... 18 433.0° » » 
Diesen Verbindlichkeiten der Notenbank stehen als Deckung die 
Aktiva gegenüber. Sie können in 3 Liquiditätsschichten eingeteilt Werden. 
Zur ersten Schicht zählen Gold (hier auch das „Gold im Auslande“), 
S;lb r und die „Guthaben im Auslande“. Der letzte Posten setzt sich 
M a. a. O. 1914, S. 7.
	        
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