Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respoadek,

Endes  der  Ursprung  jener  Kräfte  liegt,  die  zur  Entwertung  der  französischen ­
  Valuta  geführt  haben.
Die  kritische  währungspolitische  Lage  Frankreichs  findet  ihre  natürliche ­
  und  restlose  Erklärung  in  den  beiden  fundamentalen  Faktoren
Zahlungsbilanz  und  Notenemission,  erstere  vornehmlich  beeinflußt ­
  durch  die  passive  Handelsbilanz,  den  durch  Zahlungsverbote
und  Moratorien  des  schuldnerischen  Auslandes  erzeugten  Ausfall  an
Zinsen  und  anderen  Einnahmen  aus  internationalen  Verbindlichkeiten.
Es  entsteht  somit  die  Aufgabe,  darzulegen,  welche  Entwicklung  die  französische ­
  Zahlungsbilanz  seit  Kriegsausbruch  genommen  hat,  d.  h.  welchen
Veränderungen  deren  wichtigste  Posten  im  Kriege  unterliegen,  und  hiernach ­
  ist  die  Frage  zu  prüfen,  in  welchem  Maße  die  Notenemission  auf
den  Wert  der  französischen  Währung  eingewirkt  haben  kann.
Bereits  im  Jahre  1913  war  die  französische  Handelsbilanz
passiv.  Auch  das  Jahr  1914  schloß  mit  einem  etwa  gleichen  Einfuhrüberschuß ­
  ab.  Im  einzelnen  waren  die  Bewegungen  von  Einfuhr  und
Ausfuhr  für  beide  Jahre  die  folgenden:
Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhrhandel  1913  und  1914.

1914

I 9 I 3

in  Mill.  Frcs.

Einfuhr 1 ):
Nahrungsmittel
Rohstoffe  für  die  Industrie  ....
Fabrikate

WI3.3
3574.8
I06l,0

1817,5
4945,7
1658,0

Zusammen
Ausfuhr:
Nahrungsmittel
Rohstoffe  für  die  Industrie  ....
Fabrikate
Postpakete

Ö349. 1
626.9
1301,5
2549, 1
346.9

8421,2
838,8
1858,1
3617,0
566,2

Zusammen

4824,4

6880,1

Überschuß  der  Einfuhr  über  die  Ausfuhr

1524,7

I 54 I ,i

In  der  Kriegszeit  begann  die  Einfuhr  von  Monat  zu  Monat  bald
schneller  als  die  Ausfuhr  zu  steigen.  Import  und  Export  für  das  Jahr
1915  weisen  im  Vergleich  zu  den  gleichen  Perioden  des  Jahres  1914
einen  unverkennbar  anwachsenden  Überschuß  der  Einfuhr  über  die
Ausfuhr  auf.  Das  gleiche  gilt  für  das  laufende  Jahr  1916.
Die  ununterbrochene  Einfuhr  Frankreichs  geht,  wie  die  Ziffern  es
zeigen,  von  Monat  zu  Monat  weit  über  das  gewohnte  Maß  hinaus  und
prägt  so  der  Handelsbilanz  des  Landes  einen  stark  passiven  Charakter
auf.  Noch  einen  weiteren  Schluß  läßt  die  aufmerksame  Betrachtung
der  Ziffern  zu,  soweit  sie  namentlich  ein  wenig  nach  den  liefernden
Ländern  gegliedert  werden.  Denn  die  Kriegskonstellationen  haben  für

x )  Statistique  Annuaire  de  la  France  1914.
            
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