Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft.
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meldet, daß die Firma J. P. Morgan & Co., die National City Bank
of New York und einige andere Banken gemeinsam der französischen
Regierung auf dieser Grundlage 50 Milk Dollar amerikanische Eisenbahn-Obligationen
belieben haben 1 ).
Auch die vereinigten Bestrebungen der Notenbank und der französischen
Regierung haben nicht vermocht, die erschütterte Währung
zu heben und den Wert des Franken auf dem Weltmärkte wieder zu
stabilisieren. Die zeitweilig erzielten Erfolge dieses Bestrebens waren
gering, die Opfer groß. Frankreich wandte sich in dieser Verlegenheit von
neuem an seinen kapitalkräftigen Verbündeten England. England hatte
das größte Interesse, seinen politischen Verbündeten finanziell zu unterstützen,
ihn vor verhängnisvollen Geldschwierigkeiten zu bewahren.
England hatte aber ein ebenso großes Interesse zu verhüten, daß Frankreich
sich mit seinen großen Lasten ausschließlich auf seine Schultern
stützte und dürfte vielleicht die Anregung gegeben haben, gemeinsame
Arbeit zu leisten. Aber auch nicht aus eigenen Kräften heraus, sondern über
das Mittel der Anleihe sollten die durch Kriegsgewinne angesammelten
Kapitalien der Neutralen der Kriegsfinanzierung wieder zugeführt
werden. Und so entwickelten die führenden finanziellen Kreise beider
Länder den Plan, eine gemeinsame Anleihe im Auslande aufzunehmen.
Die ersten Nachrichten über eine geplante große Entente-Anleihe
lagen bereits im Februar 1915 vor. In den ersten Tagen dieses Monats
fand nach Presseberichten in Paris eine Zusammenkunft der Finanzminister
Frankreichs, Englands und Rußlands statt, in der über Mittel
und Wege beraten wurde, einen kontinuierlichen Zufluß von Geldmitteln
für die weitere Kriegführung sicher zu stellen. Die Initiative
dürfte in gleich starkem Maße von England und Rußland ausgegangen
sein. Namentlich das stets geldhungrige Rußland förderte in
ganz verständlicher Weise diesen Gedanken, da es annehmen durfte, in
diesem Bund ein der Rolle des bekannten Dritten gut und billig zu fahren.
Weniger geschah dies von Seiten Frankreichs, da um diesen Zeitpunkt die
finanzielle Lage und der Status der Notenbank noch zu keinen ernsten
Bedenken Anlaß gaben. Man könnte wohl vermuten, daß die französischen
Finanziers und der Leiter der Notenbank die zukünftige Entwicklung ihrer
geldwirtschaftlichen Kraft voraussahen und aus Gründen der Vorsorge,
die ja für die Führer der Bank von Frankreich ein charakteristisches
Merkmal ist, für die Eröffnung eines größeren Anleihe-Kredits mit eintraten.
Es muß jedoch auf das damals vorherrschende ruhige finanzielle
Aussehen Frankreichs hingewiesen werden, das zu einer so außergewöhnlichen
finanzpolitischen Maßnahme noch nicht hingedrängt haben kann,
am allergeringsten etwa aus kritischen Währungsgründen. Diese waren
noch nicht vorhanden.
Als Ergebnis der geheimen Beratungen verkündete die Presse etwas
verfrüht die Emission einet Drei-Staaten-Anleihe. Eine 5 % kurzfristige
Anleihe in Höhe von 4000 Mill. Mk. sollte in den Vereinigten Staaten
b Die Bank, S. 776, H. 8. August 1915.