wanderungsgesetz und die dadurch geschaffene Ratio-
nierung der Einwanderung kam diese Grundlage in
Wegfall. Erschwerend kommt noch hinzu, daß die
Schiffahrtsgesellschaften für die Einhaltung der Ein-
wanderungsquote gewissermaßen mitverantwortlich
sind, denn jeden Einwanderer, den sie über die für das
betreffende Land festgesetzte Quote hinaus an die
Küsten der Vereinigten Staaten bringen, müssen sie
— selbst wenn es ohne ihr Verschulden geschah —
wieder zurückbefördern, außerdem haben sie unter
Umständen noch Strafe zu zahlen.
Die Abnahme der Ozeanfrachten aber kann man
wohl kaum als Grund für die Nöte der Seeschiffahrt
anführen, Im Gegenteil dürften die Seefrachten, dem
beanspruchten Schiffsraum nach, eher gestiegen sein,
Doch der Prozentsatz des Schiffsraums der Welt-
handelsflotte, den sie zu ihrer Beförderung benötigen,
ist gesunken.
Die Tonnage der Welthandelsflotte hatte sich von
1914 bis 1928 um etwa 19 Millionen Tonnen vermehrt,
und im Sommer 1927 waren fast 4 Millionen Tonnen
Schiffsraum beschäftigungslos. Trotzdem wurden bis
zum Sommer 1928 weitere 2 Millionen Tonnen neu
gebaut, und damit stieg die aufgelegte Tonnage auf
fast 4% Millionen Tonnen. So ist es erklärlich, daß die
Tonnage schneller gewachsen ist als die Nachfrage
nach Schiffsraum.
Diese Entwicklung der Lage der internationalen
Seeschiffahrt erklärt die Geschichte der International
Mercantile Marine Corporation in und nach dem Krieg.
Es ist bereits früher geschildert worden, wie es dem
älteren Morgan nicht gelungen war, seine Absicht
durchzuführen, im nordatlantischen Verkehr die Kon-
kurrenz auszuschalten, sondern daß besonders die
Konkurrenz der englischen Cunard Line seinem Schiff-
Safe: San m
Han