Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

fügige  Summe  kann  naturgemäß  im  Vergleich  zu  den  starken  Bezüge®
amerikanischer  Waren  auch  nicht  im  entferntesten  einen  durchgreifenden
günstigen  Einfluß  auf  die  Bewegung  der  Franken-Devise  ausüben  und
ermahnt  daher,  den  Gedanken  der  Spekulation  sorgsam  zu  prüfen  und
mit  Vorsicht  zu  vertreten.
Die  Darlegungen  dürften  das  eifrige  Bestreben  der  Notenbank,
im  Verein  mit  der  Regierung  das  Valuta-Problem  zu  lösen,  erwiesen
haben.  Kein  Versuch  wurde  unterlassen  und  kein  Mittel  abgewiesen,,
um  die  geschwächte  Kaufkraft  des  Franken  zu  heben  und  die  zerrüttete
Währung  wieder  in  Ordnung  zu  bringen.
Dennoch  führten  alle  Anstrengungen,  alle  jenen  kostbaren  Goldopfer ­
  zu  keiner  endgültigen,  sondern  nur  zu  einer  vorübergehenden
Lösung  der  für  das  Wirtschaftsleben  fundamentalen  Valuta-Frage.
Und  dies  überrascht  nicht,  da  doch  die  Schwierigkeiten  des  Valuta-Problems
  für  Frankieich,  bildlich  gesprochen,  einer  Lawine  gleichen,
die  noch  einen  weiten  Weg  bis  ins  Tal  zurückzulegen  hat.  Sie  fing  klein
an,  wurde  immer  größer,  und  niemand  kann  beurteilen,  wie  stark  sie
noch  werden  kann.  Sie  aufzuhalten,  ist  nicht  leicht,  sie  weiterrollen
zu  lassen,  gefährlich.  Aber  es  ist  kaum  möglich,  der  gewaltig  angestiegenen
Einfuhr  von  Gütern  für  Heer  und  Flotte,  Industrie  und  Landwirtschaft
ein  Halt  zu  gebieten.  Und  hier  liegt  die  Wurzel  des  Übels.  Von  Monat
zu  Monat  steigt  der  Import  jener  vielen  Kriegs-  und  Friedensartikel
und  erzeugt  so  eine  zunehmende  Verschuldung  Frankreichs  auf  dem
Weltmärkte.  Denn  neben  ausschließlichen  Kriegsartikeln  mußten  in
die  Häfen  auch  Friedenswaren  eingelassen  werden.  Diese  sind  für  die
Aufrechterhaltung  der  inneren  Wirtschaft  nicht  minder  bedeutsam,
und  wollte  man  ihrem  Eintritt  einen  starken  Riegel  vorschieben,  so
würde  diese  unterbundene  Rohstoffzufuhr  für  den  industriellen,  gewerblichen ­
  und  landwirtschaftlichen  Betrieb  tiefgehende  Schäden  erzeugen.
Das  Prinzip  der  höchsten  Sparsamkeit  hat  seine  Grenzen.  So  ist  es
klar,  daß  durch  diese  Einfuhrposten  die  Passivität  der  Handelsbilanz
bedeutend  vergrößert  wird,  und  daß  dadurch  alle  gezeichneten  Versuche ­
  vom  Debet,  wenn  auch  nicht  wieder  ins  Kredit,  so  doch  wenigstens
ins  Gleichgewicht  zu  kommen,  vergeblich  sein  mußten.
Es  dürfte  nach  diesen  Untersuchungen  wohl  keinem  Zweifel  unterliegen, ­
  daß  in  dem  unentwegt  hohen  Einströmen  von  Gütern  und  der
Unmöglichkeit,  sie  durch  eine  entsprechend  hohe  Warenausfuhr,  durch
weitere  Liquidierung  von  Forderungen,  die  Frankreich  an  das  Ausland
in  zins-  und  amortisationspflichtigen  Ländern  hat,  zu  kompensieren,
die  ersten  und  grundlegenden  Ursachen  für  die  französische  Valutakrisis ­
  zu  sehen  sind.  Auch  die  Notenbank  hat  die  Überzeugung,  daß
allein  die  kriegswirtschaftliche  Entwicklung  an  der  Verschlechterung
der  Valuta  schuldig  sei  und  erkennt  an,  daß  es  mit  Rücksicht  auf
die  nationale  Verteidigung  unmöglich  sei,  die  Einfuhr  beträchtlich
zu  vermindern,  um  dadurch  der  Krisis  auf  dem  Devisenmärkte  entgegenzutreten. ­
  Aber:  „Weder  die  Diskonterhöhung  noch  die  Geldsendungen  nach
            
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