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Erwin Respondek,
Bank von Frankreich, die in ihrem Wochenausweise als emittiert bezeich
nten Noten durch den ausgewiesenen Goldbestand teilweise oder gering
gedeckt hat. In Wirklichkeit aber sind sie eben durch die Thesaurierung
doch ziemlich hoch gedeckt.
Das günstige Deckungsverhältnis wurde aber durch die unentwegten
Vorschüsse an den Staat in der späteren Zeit arg verschlechtert und
bezüglich der Notenemission gewinnt man den Eindruck einer fast
grenzenlosen Ausdehnung. Es gelingt nur im beschränkten Umfange
und auch nur vorübergehend, einen kleinen Bruchteil der zur Kriegs
finanzierung ausgegebenen Noten wieder hereinzubekommen durch die
Ausgabe der langfristigen Anleihen. Im wesentlichen ist somit festzu
halten, daß durch die hohe Notenemission eine große Geldfülle erzeugt
wird, die ihre schädlichen Folgen auf Inlandspreise und Wechselkurse
ausübt. Erklärt nun im Hinblick auf diese Tatsachen ein Vertreter einer
Munition oder Getreide liefernden Nation auf dem Weltmärkte: Die fran
zösische Frankennote ist nur zu 33 Vs % ’ n Gold gedeckt, d. h. zu
33 Vs % wen V er a l s in normalen Zeiten, daher muß ich meine Ware
zu einem entsprechend höheren Preise verkaufen, so wird der Franzose,
falls er den Lieferanten nicht mit einer fremden Valuta befriedigen kann,
dies wohl oder übel sich gefallen lassen müssen, da er eben die Waren
dringend benötigt und daher alle Opfer bringen wird. Hieraus aber
einen Schluß zu ziehen und als Urteil festzustellen, die Notenemission
bewirkte allein diese Minderbewertung des französischen Geldes, dürfte
ein zu weitgehender Schluß sein. Sie wirkt mit, aber ist nicht ent
scheidend. Hier gibt eine Parallele mit England das beste Beweismittel
für die Richtigkeit dieser Überlegungen. England hat seine Noten voll
durch Gold gedeckt. Nur einmal während des Krieges wurde die Peelsche
Bank-Akte laut Wochen-Ausweis vom 28. Oktober 1915 durchbrochen 1 ).
Dennoch kämpft England mit allen nur erreichbaren Mitteln gegen hohe
Preise im Inland und das Disagio des Sterling am Weltmärkte. Auch
hier ist die Entwertung des Standardwechsels in erster Linie auf das
Schuldverhältnis Englands zu seinen Kriegslieferanten zurückzuführen.
Gewiß ist noch der Einwand möglich, daß zwar nicht formell infolge
eines Gesetzes die Bank-Akte suspendiert worden ist, die Bank von England
sie aber praktisch nicht befolgt, indem sie nur geringe Mengen Gold und
nach ihrem eigenen Ermessen hergibt. Somit haben die Banknoten
der Bank von England tatsächlich Zwangskurs, genau wie in Frank
reich und Deutschland, und sind damit nicht mehr vollwertige Aus-
2 ) Nach dem Ausweis vom 28. Oktober 1915 betrugen (in Mill. £):
Notenumlauf der Bank von England . 32,8 Goldbestand der Notenbank 56,2
Regierungsgelder (currency notes) ... 73,1 Gold für die currency notes 28,5
Notenumlauf 105,9 84,7
Gesamtgoldreserve 84,7
Ungedeckte Noten 21,2
Maximum des ungedeckten Notenumlaufs 18,45
d. h. also ungedeckte Noten 2,75