Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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mentlich  die  sächsischen  Hauswe'bergenossenschaften.  Allerdings  ist
die  Grenze  der  Wirksamkeit  mit  der  Grenze  der  Möglichkeit  technischen ­
  Fortschritts  in  der  Heimarbeit  überhaupt  eng  verknüpft  (s.
Leite  126),  und  das  Risiko,  das  der  einzelne  Heimarbeiter  durch
Uebernahme  einer  kostspieligen  Maschine  auf  sich  lädt,  trifft  in  nicht
geringerem  Maße  die  Genossenschaft.
Die  besten  Aussichten  auf  Erfolg  haben  die  Genossenschaften,
die  sich  mit  der  Herstellung  von  stets  gangbarer  Massenware  für  den
Inlandsbedarf  befassen,  bei  denen  das  spekulative  Element  beim
Absatz  gering  ist.  Von  ausschlaggebender  Bedeutung  ist  es,  öb  der
Staat  oder  die  großen  Konsumvereine  die  Genossenschaft  durch  Vergebung ­
  großer  gleichmäßiger  Aufträge  stützen.  Sobald  diese  gesichert
sind,  fällt  in«  größte  Schwierigkeit,  im  Kamps  mit  der  schlechter  entlohnenden ­
  Privatindustrie  Absatz  zu  finden,  weg;  die  Geschäftsleitung ­
  ist  einfach  und  kann  auch  von  kaufmännisch  weniger  geschulten ­
  Kräften  besorgt  werden.  Dagegen  hat  sich  der  genossenschaftliche
Absatz  von  Mode-  und  Spekulationsartikeln  als  undurchführbar
erwiesen,  zumal  wenn  es  gält,  dem  Wettbewerb  des  mit  niedrigeren
Löhnen  arbeitenden  Auslands  zu  begegnen.  So  brach  die  unter
sonst  sehr  günstigen  äußeren  Bedingungen  gegründete  Gablonzer
Genossenschaft  zusammen  infolge  des  unterbietenden  Eindringens
ostasiatischer  Arbeit  auf  inländischen  und  namentlich  ausländischen
Märkten.  War  schon  ein  kaufmänisch  großzügig  geleitetes  Unternehmen ­
  nicht  imstande,  diesen  Ansturm  auszuhalten,  um  wieviel
weniger  sind  ihm  kleinere  Genossenschaften  gewachsen!
Hinzu  kommt,  daß  der  Vorstand  der  Mitgliederversammlung
gegenüber  nie  das  Risiko  eines  spekulativen  Geschäfts,  bei  dem  viel
gewonnen,  aber  auch  viel  verloren  werden  kann,  auf  sich  nehmen
darf.  Nun  bedient  sich  das  Unternehmertum  der  Heimarbeit  vielfach ­
  gerade,  weil  diese  Betriebsform  ein  spekulatives  Geschäft  erleichtert; ­
  sie  erfordert  kein  fixes  Kapital  und  kann  nach  dem  Bedarf
des  Augenblicks  ausgedehnt  und  eingeschränkt  werden,  ja  sie  wird
vielfach  neben  der  dem  regelmäßigen  Absatz  dienenden  Fabrikatbeit
zur  Ausnutzung  einer  Gelegenheitskonjunktur  benutzt.  Es  ist  ersichtlich, ­
  daß  in  Hausindustrien,  die  aus  den  genannten  Gründen
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