Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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Verfolg  der  vom  Bekteidungsamt  des  18.  Armeekorps  gegebenen
Anregungen  den  Geschäftsführer  ihres  Arbeitsamtes  mit  der  Einrichtung ­
  und  Verwaltung  der  Zentrale.  Zunächst  galt  es,  eine
möglichst  alle  Bedürftigen  umfassende,  grtte  und  zuverlässige  Organisation ­
  zu  schaffen.  Die  Stellen,  die  bisher  schon  Arbeit  erhalten ­
  hatten,  konnten  nicht  allein  für  die  Verteilung  in  Frage
kommen.  Es  mußte  auch  den  Heimarbeiterinnen  Gelegenheit  zur
Beteiligung  gegeben  werden,  die  seither  mangels  Vertretung  oder
infolge  anderer  Umstände  übergangen  worden  waren.  Das  Arbeitsamt ­
  gab  daher  allen  Städten  und  Gemeinden  des  Landes  durch
Vermittlung  der  Großherzoglichen  Provinzialdirektionen  und
Kreisämter  von  Errichtung  der  Zentralstelle  und  ihrer  Zweckbestimmung ­
  Kenntnis  und  stellte  den  Anschluß  anheiln.  Daraufhin
forderten  nach  und  nach  alle  Städte  und  mehr  als  300  Gemeinden
die  Meldungen  der  Arbeitsuchenden  ein  und  gäben  sie  mit  dem
Antrag  auf  Zuteilung  von  Beschäftigung  an  die  Zentrale  weiter.
Die  Zentrale  bildete  zunächst  überall  Ortsausschüsse.  Benachbarte ­
  Gemeinden  mit  nur  geringer  Arbeiterinnenzahl  wurden  zu
Bezirksausschüssen  zusammengeschlossen.  Die  Ausschüsse  sind  die
örtlichen  Vertretungen  rrnd  Verteilungsstellen  der  Zentrale  und
ehrenamtlich  tätig.  Die  Zusammensetzung  der  Ausschüsse  blieb
ganz  den  Städten  und  Gemeinden  überlassen.  Es  wurde  nur  verlangt, ­
  daß  in  jeden  Ausschuß  ein  gesetzlicher  Vertreter  der  Stadt
oder  Gemeinde  eintrat,  außerdem  mindestens  eine  sachkundige  Person. ­
  Den  Vorsitz  übernahmen  in  der  Regel  die  Bürgermeister  oder
Beigeordneten,  hier  und  da  auch  Pfarrer.  Wo  der  Wunsch  geäußert
wurde,  die  Vorstände  von  Zweigvereinen  des  Roten  Kreuzes,  von
Frauenvereinen  oder  örtlichen  Kriegswohlfahrtsstellen  als  Ausschüsse ­
  der  Zentrale  anzuerkennen,  kam  die  Verwaltung  immer
entgegen,  wenn  nur  ein  gesetzlicher  Vertreter  der  betreffenden  Stadt
oder  Gemeinde  für  die  Heimarbeitssache  Sitz  und  Stimme  in  den
Vorständen  erhielt.  Durch  Festhalten  an  dieser  Forderung  erhielt
die  ganze  Organisation  einen  mehr  öffenllichen  Charakter.  Der
Aufbau  der  Organisation  war  mit  Unterstützung  der  Kreisämter
und  Kommunalverwaltungen  in  kürzester  Zeit  vollendet."
            
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