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Wort der Frauen, und so liegt die Befürchtung nahe, daß die weib
lichen Abteilungen sehr stiefmütterlich behandelt werden.') Dies
Versäumnis droht auch eine gesunde Regelung des Heimarbeits
marktes wesentlich zu erschweren. Wo aber einigermaßen brauch
bare Arbeitsnachweise bestehen, ist ihre Mitarbeit unentbehrlich.
Ebenso wie jede Arbeitslosenunterstützung den Arbeitsnachweis als
Ergänzung braucht, ist auch jede Notstandsarbeit ohne ihn ein Un
ding. Nur durch die Verbindung mit dem Arbeitsnachweis läßt
sich erfolgreich jener sympathischsten Abart der Hamster begegnen,
den „Arbeitshamstern", die trotz aller Verbote sich an den verschie
densten Stellen Arbeit zusammenholen und so allen Bemühungen
nach gerechter Verteilung trotzen. Am zweckmäßigsten wird die
Einstellung durch gemeinnützige Vereine usw. an den Ausweis
einer vom Arbeitsamt auszustellenden Arbeitskarte geknüpft, auf
der Beginn und Umfang der Beschäftigung anzugeben sind. Bei
ihrer Ausstellung hätte der Arbeitsnachweis zu Prüfen, ob sonstige
Beschäftigung oder Beschäftigungsmöglichkeit vorliegt, wozu er ja,
da alle Stellenangebote bei ihm zusammenlaufen, am besten in der
Lage ist. Schon dadurch wird eine gewisse erstmalige Sichtung er
zielt; außerdem muß der Arbeitsnachweis die betreffende Heimar
beiterin stets als Stellensuchende weiterführen. Sobald geeignete
anderweitige Arbeit vorhanden ist, muß er sie den Frauen trotz
ihrer derzeitigen Beschäftigung mit Heimarbeit anbieten. Wird die
Annahme unbegründeterweise abgelehnt, so wird die Arbeitskarte
eingezogen, und der gemeinnützige Verein gewährt keine Arbeit mehr.
So läßt sich ein Abzugskanal für das große Sammelbecken der Heim
arbeit offenhalten und verhüten, daß die Heimarbeit an anderer
Stelle volkswirtschaftlich notwendigere Arbeitskräfte wegnimmt.
Ein solches Vorgehen bedeutet eine Durchbrechung des Grund
satzes, daß die Berücksichtigung der sich beim Arbeitsnachweis Mel
denden nach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Anmeldung erfolgt.
Doch lassen die besonderen Verhältnisse auf diesem Gebiet es wohl
gerechtfertigt erscheinen, wenn eine Auswahl nach sozialpolitischen
und fürsorgerischen Gesichtspunkten erfolgt.
') Es ist zu erhoffen, daß das Kriegsamt hier bessernd eingreift.