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alten Leute würde unüberwindlichen Schwierigkeiten begegnen. Die
Kinder in den engen Wohnräumen würden durch die elektrischen Motor«
und Webstühle erheblich gefährdet sein, zumal im Winter, wenn die Kin
der sich nicht draußen aushalten können. Die Stromabgabe würde nur
daun rationell sein, wenn sie aus bestimmte Normal-Arbeitsstunden des
Tages beschränkt und in diesen Stunden von den Hauswebern intensiv
ausgenützt würde; die Eigenart der Handweber würde sich jedoch die
Jnnehaltung bestimmter Arbeitsstunden nicht auszwingen lassen. Die
Zufuhr der (durch das Zwei-Stuhlshstem in größerem Umfange als bis
her erforderlichen) Materialien ebenso wie die Abfuhr der Fertigfäbrikate
wäre per Achse zu kostspielig.
2. Errichtung eins Websaales in Ober-Ts cher-
beneh oder Straußeney. Undurchführbar: Die Anfuhr der
Materialien und die Abfuhr der Fabrikate per Achse ist zu kostspielig, und
bei Erweiterung der Produktion durch die Errichtung eines Websaales
um so schwieriger, je umfangreicher die zu verfrachtenden Mengen sind,
zumal bei den Schneeverhältnissen im Winter. Ob die Leute in aus
reichender Anzahl in die Websäle kommen würden, ist fraglich, besonders
im Sommer, wo sie erfahrungsgemäß auch schon bisher die Handweberei
mehr oder weniger ruhen lassen, um anderer Beschäftigung, insbesondere
der Bestellung ihres Gartens und Ackers nachzugehen. Vom Stand
punkte der Firma aus wäre die Errichtung eines Websaales, also einer
neuen Fabrik, unrationell, da sämtliche Handweber jener Gegend (bei
Investierung bedeutend geringerer Neu-Anlagekosten) in der Gellenauer
Fabrik beschäftigt werden können nach entsprechender Erweiterung der
Fabrik und Aufstellung der erforderlichen Anzahl neuer Webstühle unter
Benutzung aller übrigen bereits vorhandenen Einrichtungen.
3. Errichtung von Schlafsälen bei der Gellenauer
Fabrik für diejenigen Handweber, die zu weit entfernt wohnen, um
täglich den Hin- und Rückweg nach der Fabrik zurücklegen zu können.
Die Weber können dann von Montag bis Sonnabend in den Schlafsälen
bleiben und über Sonntag nach Hause gehen. Diese Lösung wird von
der Firma ins Auge gefaßt werden, sobald sich in der (gegenwärtig gut
besetzten) Fabrik zu Gellenau Arbeitermangel geltend machen sollte. Prak
tische Bedeutung hat die Errichtung von Schlafsälen bezw. Ledigenheimen
nur für unverheiratete Personen. Für verheiratete Personen würde
dieses Aushilfsmittel einer Zerstörung des Familienlebens gleichkommen.
Wenn aber die Ortschaften Tscherbeney, Straußenei» und Bukowine nur
erhalten werden könnten durch eine Zerstörung des Familienlebens in
den meisten Familien, dann wäre ein Verschwinden der Ortschaften unter
gleichzeitiger Ansiedelung der Familien in anderen Gegenden mit besseren
Erwerbsgelegenheiten das kleinere Uebel. Schlafsäle und Ledigenheim«