152
der Heimarbeit größere Verwendungsmöglichkeiten vorliegen, er
scheint ausgeschlossen; säst alle Zwerge der Heimarbeit verlangen
große Schnelligkeit und Fingevgeschicklichkeit, soll überhaupt ein
nennenswerter Verdienst erzielt werden. Teilarbeit und Bedienung
von Maschinen, die mehr auf ein Beobachten als eigentliches Ein-
greifen hinausläuft, kommt nicht in nennenswertem Maße in
Frage. Der Arbeiter muß im Gegenteil seine Hände imnt viel
seitiger brauchen, als der Teilarbeiter in der Fabrik, in der sich
dessl)alb weit eher Verwendungsmöglichkeiten finden als in der
.Heimarbeit.
Sofern bei Fabrik- und Heimarbeit die gleichen Verrichtungen
zu erledigen sind, können sich vielleicht etwas größere Anssichten
auf Beschäftigung in der Heimarbeit ergeben, da es hier nicht so
sehr ans das Arbeitstempo ankommt wie im geschlossenen Betrieb,
wo der Arbeitsplatz möglichst voll ausgenutzt werden soll. Wichtig
ist stets, ob die Frau mit tätig sein kann, denn durch die gemein
same Arbeit, bei der die Frau vielleicht gewisse Verrichtungen,
die dem Mann schwer fallen, übernimmt, f a n n eine wesentliche
Erhöhung des Familieneinkommens erzielt werden.
Wenn der sächsische .Heimatdank auf Grund seiner umfang
reichen Erhebungen in dem so besonders stark und vielseitig mit
Hausindustrie durchsetzten Sachsen zu dem Ergebnis gelangt, daß
„die Eigenart der verschiedenen .Heimarbeitszweige, die teilweise
sehr knappen Löhne und die zurzeit ans vielen Gebieten sehr geringe
Beschäftigung vor Einführung von Kriegsbeschädigten die größte
Vorsicht als unerläßlich und die Erschließung anderer geeigneter
und lohnender Arbeitsmöglichkeiten für Kriegsbeschädigte recht er
wünscht erscheinen lassen", so wird man diesem vorsichtig abwägen
den Urteil durchaus beipflichten können und wünschen, daß es
nicht nur von den öffentlichen Fürsorgestellen, sondern auch uament-
lich von wohlwollenden, aber der harten Praxis fernstehenden Pri
vatpersonen beachtet würde.