Full text: Die Heimarbeit im Kriege

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der Heimarbeit größere Verwendungsmöglichkeiten vorliegen, er 
scheint ausgeschlossen; säst alle Zwerge der Heimarbeit verlangen 
große Schnelligkeit und Fingevgeschicklichkeit, soll überhaupt ein 
nennenswerter Verdienst erzielt werden. Teilarbeit und Bedienung 
von Maschinen, die mehr auf ein Beobachten als eigentliches Ein- 
greifen hinausläuft, kommt nicht in nennenswertem Maße in 
Frage. Der Arbeiter muß im Gegenteil seine Hände imnt viel 
seitiger brauchen, als der Teilarbeiter in der Fabrik, in der sich 
dessl)alb weit eher Verwendungsmöglichkeiten finden als in der 
.Heimarbeit. 
Sofern bei Fabrik- und Heimarbeit die gleichen Verrichtungen 
zu erledigen sind, können sich vielleicht etwas größere Anssichten 
auf Beschäftigung in der Heimarbeit ergeben, da es hier nicht so 
sehr ans das Arbeitstempo ankommt wie im geschlossenen Betrieb, 
wo der Arbeitsplatz möglichst voll ausgenutzt werden soll. Wichtig 
ist stets, ob die Frau mit tätig sein kann, denn durch die gemein 
same Arbeit, bei der die Frau vielleicht gewisse Verrichtungen, 
die dem Mann schwer fallen, übernimmt, f a n n eine wesentliche 
Erhöhung des Familieneinkommens erzielt werden. 
Wenn der sächsische .Heimatdank auf Grund seiner umfang 
reichen Erhebungen in dem so besonders stark und vielseitig mit 
Hausindustrie durchsetzten Sachsen zu dem Ergebnis gelangt, daß 
„die Eigenart der verschiedenen .Heimarbeitszweige, die teilweise 
sehr knappen Löhne und die zurzeit ans vielen Gebieten sehr geringe 
Beschäftigung vor Einführung von Kriegsbeschädigten die größte 
Vorsicht als unerläßlich und die Erschließung anderer geeigneter 
und lohnender Arbeitsmöglichkeiten für Kriegsbeschädigte recht er 
wünscht erscheinen lassen", so wird man diesem vorsichtig abwägen 
den Urteil durchaus beipflichten können und wünschen, daß es 
nicht nur von den öffentlichen Fürsorgestellen, sondern auch uament- 
lich von wohlwollenden, aber der harten Praxis fernstehenden Pri 
vatpersonen beachtet würde.
	        
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