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2. Wenn durchaus anzustreben ist, daß die Löhne der
Heimarbeiter nicht gedrückt werden, und sie eine angemessene
Bezahlung erhalten sollen, so ist doch tunlichst zu vermeiden,
daß sie besser -gestellt werden als die Werkstattarbeiter,
damit nicht ein Teil der letzteren, ohne durch häusliche
Gründe hierzu- gezwungen zu sein, zur Heimarbeit übergeht.
Dies wäre -deshalb unerwünscht, weil erfahrungsgemäß
die -Heimavbeiter in höherem Maße durch Lohndrückereien
usw. benachteiligt werden, und ferner gerade bei Massenanfertigring
Werkstattarbeit, die ivährend des gesamten
Ganges der einzelnen Teilarbeiten eingehend beaufsichtigt
norden kann, der Heiniarbeit regelmäßig vorzuziehen ist, —
abgesehen davon, daß die hygienischen Verhältnisse in den
Werkstätten besser zu sein pflegen als in den Wohnungen
der Arbeiter.
Zn b) Eine einwandst-eie Feststellung, ob die einzelnen Stücke
tatsächlich durch männliche Schneider- öder durch Näherinnen,
oder in welchem Verhältnis zueinander sie durch beide
angefertigt worden sind, wird sich meist nur schwer oder gar
nicht ausführen lassen.
Das Kriegsbekleidungsamt -des Gavdekorps hat infolgedessen
darauf verzichtet, die gleichen Stücke, je nachdem, ob sie durch Männer
oder Frauen angefertigt worden sind, verschieden zu bezahlen.
llm aber -dein allgemein bestehenden und auch auf den eigenen
Werkstätten des Amts -beobachteten Grunds-atz, daß Frauen für die
gleiche Arbeit weniger empfangen als Männer soweit nachzukommen
als dies Praktisch niöglich ist, hat das Amt seine Stücklöhne derart
festgesetzt, daß es bei denjenigen Bekleidungsstücken, die hauptsächlich
durch Schneider bezw. durch Näherinnen angefertigt worden,
den Durchschnittstagesveckienst von Schneidern (8,00 Mk.) bezw.
für Näherinnen (3,84 Mk.) zu Grunde legte.
Hierbei läßt -es sich freilich nicht vermeiden, daß Frauen, die
Männerarbeit leisten, — wie dies während des Krieges häufig geschieht
— die höheren Löhne der Männer bezahlt erhalten -und umgekehrt.