Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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und  Uebernahme  neuer  großer  Aufgaben  zu  sammeln,  gelang  es,
verhältnismäßig  stattliche  Rücklagen  zu  machen.  Diese  vorsichtige
Geschäftsgebahrung  ermöglichte  es  der  Genossenschaft,  als  die  großen
Kriegsaufträge  einsetzten,  mit  Hilfe  eines  nicht  unbeträchtlichen  Betriebskapitals ­
  in  großem  Umfang  Heereslieferungen  zu  übernehmen.
Während  in  Friedenszeiten  durchschnittlich  jährlich  10—65  000  M.
in  Korbwaren  umgesetzt  wurden,  erhöhte  sich  der  Umsatz  für  die  Zeit
vom  1.  November  1914  bis  30.  September  1915  auf  nähezu  anderthalb ­
  Millionen  Mark;  dabei  handelt  es  sich  fast  ausschließlich  um
.Heeresaufträge  an  Geschoß-,  Werft-  und  Kohlenkörben,  mit  denen
bis  zu  700  Arbeiter  in  Schney  und  Umgegend  beschäftigt  wurden.
Es  konnten  an  Löhnen,  Gehältern,  Versicherungen  über  430  000  M.
ausgezahlt  werden.  Die  Löhne  waren  um  20  Pf.  höher  pro  Korb
als  bei  den  privaten  Unternehmern;  im  Winter  1915—16  konnte
diese  Differenz  sogar  auf  30—40  Pf.  bei  manchen  Sorten  erhöht
werden.  Außerdem  trug  die  Genossenschaft  die  gesamten  Kosten
der  Versicherung.  Rechnet  man  die  Mehrausgaben,  die  daraus
erwuchsen,  daß  die  Arbeit  auf  möglichst  viele  Familien  verteilt
wurde  und  die  Werkstattavbeiter  nur  eine  neunstündige  Arbeitszeit
hatten,  so  ergibt  sich  eine  starke  Erhöhung  der  Erzeugungskosten,
wurden  doch  allein  an  Löhnen  60  000  M.  mehr  ausgezahlt.  Trotzdem ­
  wurde  ein  Reingewinn  von  167  000  M.  erzielt.  Während
andere  Genossenschaften,  so  die  Eoburger  Korbmachergenossenschaft,
die  Reingewinne  in  Form  hoher  Dividende  an  die  Mitglieder  auszahlte, ­
  behielt  die  Schneher  Genosfenschaft  die  erübrigten  Summen
weiteren  gemeinsamen  Unternchmungen  vor.  Zunächst  wurden
erhebliche  Abschreibungen  gemacht,  so  daß  die  sämtlichen  Grundstücke
und  Gebäude  des  Vereins  nur  noch  mit  2000  M.,  Inventar  und
Lichtanlage  mit  1  M.  zu  Buch  stehen.  Begonnen  ist  die  Errichtung
eines  Fabrikneubaus  mit  Badeanstalt,  einer  Bäckerei,  eines  Verwaltungsgebäudes, ­
  eines  Jnvaliden-Ledigenheims  und  die  Gründung ­
  einer  Baugenossenschaft,  der  die  Beschaffung  gesunder  Wohnungen ­
  durch  Gewährung  billigen  zweitstelligen  Hypothekenkredits
erleichtert  werden  soll.
Haben  wir  hier  dank  glücklicher  äußerer  Umstände,  besonderem
            
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