Fridolin Hoffmann und Heinr. Keusch waren die beiden
Männer, deren geschickter Leitung neben dem unermüdlichen
Fleiß des Verlegers die Kölnischen Blätter ihr Ansehen und
ihren Aufschwung verdankten. Schon damals befolgten sie den
Wahlspruch, der später erst förmlich ausgegeben wurde: Ent
schieden in der Sache, milde in der Form. An Anerkennung für
ihre Leistungen fehlte es den Kölnischen Blättern nicht; auf der
Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands zu
Frankfurt a. M. im September 1863 verkündete der damalige
Kaplan Franz Hülskamp öffentlich ihr Lob.
So erfreulich solche Anerkennungen auch waren, dienten sie doch
mehrfach den Gerüchten zur Nahrung, daß die Kölnischen Blätter dem
Verleger einen ansehnlichen Gewinn abwürfen, und daß sie deshalb einer
Unterstützung der Partei nicht mehr bedürften. Solchen Ansichten trat
Josef Bachem in den Blättern des Vereins vom hl. Karl Borromäus von
1862 (Nr. 112) und 186 1 ! (Nr. 117, 118 und 121) endlich in Rundschreiben
vom 15. Dezember 1865 und vom 4. Juli 1866 entgegen, woraus zu ent
nehmen ist, daß die Zeitung im zweiten Vierteljahr 1866 5400 Bezieher
hatte, wofür eine Stempelsteuer von über 8000 Taler jährlich bezahlt
werden mußte. Die Anzeigen waren schon im Jahre vorher um 20—30 °/»
jährlich gestiegen. Auf die Schriftleitung waren 1864 7518 Taler Gesamt
ausgaben entfallen, die 1865 auf 9029 Taler gestiegen waren. „Im I. Quartal
d. J. (1866) habe ich außer den Gehältern von drei Redacteuren und zwei
Correctoren, außer den Zahlungen für Telegramme, lithographirte Corre
spondenzen und Zeitungen allein an Honoraren auswärtiger Mitarbeiter
für Artikel und Feuilletons 1026 Thlr. 23 Sgr. 7 Pf. bezahlt (was also für das
Jahr über 4000 Thlr. ausmacht) .. . Außer der „Kölnischen Zeitung“ mit
mehr als 16000, und dem „Frankfurter Journal“ mit 8500 Abonnenten haben
die „Kölnischen Blätter“ die größte Abonnentenzahl unter den größeren
politischen Tagesblättern im westlichen Deutschland. Ihnen zunächst
stehen die „Elberfelder Zeitung“ mit stark 3000 und die „Rheinische
Zeitung“ mit nicht viel über 2000 Abonnenten (im ersten Quartal d. J.).“
Der Kern all dieser Ausführungen war jedesmal der Nachweis, daß die
„Kölnischen Blätter“ einen Gewinn nicht abwürfen.
War die Zeitung über die politischen Schwierigkeiten gut
hinweggekommen, so war das weniger der Fall in dem kirch
lichen Konflikt, der sich in den 1860er Jahren langsam vor
bereitete. 1861 trat das Blatt in den Streitigkeiten Döllingers
über den Kirchenstaat zwar nicht ausdrücklich auf seine Seite,
aber es verurteilte den Kampf der katholischen Presse gegen
die Odeonsvorträge des Münchener Gelehrten. Am 8. Dezember
1864 erschien die päpstliche Enzyklika Quanta cura mit dem