Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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20.  November  1886  durchgeführt  wurde,  kam  einmal  der  neu  ins
Leben  tretenden  unterhaltenden  und  belehrenden  Abteilung  „Welt
und  Wissen“,  dann  aber  vorallem  dem  Ausbau  des  damals  kleinen
wirtschaftlichen  Teils  der  Zeitung  zu  einem  Handelsteil  zu
gute.  Zu  letzterem  Zweck  wurde  an  Stelle  von  Ludw.  Marhoffer  am
1.  April  1887  der  Schriftleiter  des  Frankfurter  „Finanzherold“,  Max
Anton  Traub,  berufen,  ein  kenntnisreicher  und  tüchtiger  Berufsgenosse, ­
  der  sich  dieser  Aufgabe  mit  Eifer,  Pflichttreue  und  größtem
Erfolge  unterzog.  Unabhängig  und  unbeeinflußt  sollte  der  Handelsteil ­
  sein  und  dafür  war  in  dem  geraden,  demokratischen,
akademisch  wie  kaufmännisch  vorgebildeten  Manne  die  rechte
Persönlichkeit  gefunden.  1854  in  München  geboren,  hatte  er  eine
Zeitlang  den  Lehrberuf  ausgeübt  und  war  dann  zur  Tagesschriftstellerei ­
  übergegangen.
Der  Handelsteil  der  KV  —  der  sich  als  ein  wesentlicher  Teil  der
Zeitung  seit  September  1887  auch  im  Titel  durch  den  Zusatz  „und  Handelsblatt“ ­
  kundgab  —  sollte  sie  aber  keineswegs  zu  einem  Börsenblatt  gestalten, ­
  sondern  vielmehr  dem  Nutzen  aller  Erwerbsstände,  besonders
aber  derjenigen  dienen,  die  sich  jeweils  in  bedrängter  Lage  befinden.  So
trat  die  KV  unter  Traubs  Leitung  für  die  deutschen  Schutzzölle  in
tunlichst  mäßiger  angemessener  Höhe  ein,  zum  Schutze  von  Gewerbe
und  Landwirtschaft,  eine  segensreiche  Arbeit,  wie  sich  besonders  während
des  Weltkrieges  gezeigt  hat.
Der  Berichterstattung  über  Gewinnung  und  Verarbeitung  von  Naturerzeugnissen ­
  und  Waren  aller  Art  und  den  Handel  mit  ihnen,  namentlich
über  den  Eisen-  und  Kohlenmarkt  wurde  besondere  Aufmerksamkeit
geschenkt,  die  Ringbildungen  mit  ihren  für  die  Verbraucher  schädlichen
Folgen  bekämpft.  Dadurch  hat  sich  dieser  Teil  der  Zeitung  die  Anerkennung
weiter  Kreise  erworben.  Die  Mitarbeiter,  für  deren  Werbung  Traub  sich
gleichfalls  verdient  machte,  erhielten  die  Weisung,  „lediglich  die  Wahrheit
zu  berichten  ohne  Schönfärberei  und  ohne  Beschönigung,  und  die  Verhältnisse ­
  so  darzustellen,  wie  sie  wirklich  sind,  nicht  wie  gewisse  Leute
ein  Interesse  daran  haben  könnten,  sie  dargestellt  zu  sehen“.
Volle  28  Jahre  lang  stellte  Traub  seine  Kraft  in  den  Dienst  der  KV,
bis  er  am  29.  November  1915  einem  mehrjährigen  Herzleiden  erlag.  Im
letzten  Jahrzehnt  seines  Lebens  hatte  er  seine  Kenntnisse  und  Erfahrungen
auch  als  Dozent  der  Kölner  Handelshochschule  verwertet.  Mit  der  Zeit  war
die  Arbeit  an  dem  Handelsteil  derart  angewachsen,  daß  noch  ein  zweiter
und  dritter  Schriftleiter  gewonnen  werden  mußten.  Am  15.  April  1902
kam  Christian  F  ü  11  e  s  (geb.  1875  zu  Köln)  aus  dem  Bankfach  zur  KV
herüber.  Seit  dem  Tode  Traubs  nimmt  er  nun  dessen  Stellung  als  Erster
Leiter  ein.  Am  25.  Januar  1913  und  am  2.  November  1915  traten  Dr.  Friede-
            
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