Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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weiteres  Drittes  Blatt  hinzu  und  nach  ferneren  fünf  Jahren  wurden  es
wöchentlich  drei.  Die  Zahl  der  Bezieher  erreichte  in  den  1870er  Jahren,
zu  Ende  1874  mit  8600  ihren  damaligen  höchsten  Stand,  aber  die  zahlreichen ­
  Neugründungen  von  Zentrumsblättern  in  der  Provinz  ließ  die  Zahl
fernerhin  wieder  sinken.

Dieser  Umstand  beeinträchtigte  aber  nicht  die  weitere  Ausgestaltung ­
  des  Blattes;  im  Gegenteil  war  man  sich  klar,  daß  nur
immer  größere  Leistungen  das  Ansehen  und  den  Bezieherkreis  der
KV  vergrößern  konnten.  So  erfreute  sich  neben  dem  politischen  auch
der  kulturelle  Teil  der  Zeitung,  der  während  des  Kulturkampfes ­
  ebenfalls  meist  auf  die  Wahrung  der  katholischen  Interessen ­
  eingestellt  war,  einer  sorgsamen  Pflege.  Bevorzugt  wurden
dabei  das  Schul-  Erziehungs-  und  Bildungswesen.
Mit  Eifer  trat  die  Kölnische  Volkszeitung  in  den  1870er
Jahren  für  eine  Aenderung  in  der  Zollpolitik  des  Deutschen
Reiches  ein.  In  dem  deutschen  Zolltarif  vom  23.  Mai  1873  hatte
der  Freihandel  obgesiegt,  aber  die  schwere  folgende  Wirtschaftskrisis ­
  hatte  die  Notwendigkeit  der  Rückkehr  zu  den  Schutzzöllen
erwiesen.  Nachdem  in  der  Thronrede  vom  12.  Februar  1879  eine
neue  Steuer-  Zoll-  und  Handelspolitik  angekündigt  worden  war,
unterstützte  in  Köln  am  15.  April  desselben  Jahres  (Osterdienstag) ­
  eine  große  öffentliche  Versammlung  im  Gürzenich  zuerst  in
breitester  Oeffentlichkeit  die  Schutzzollbewegung,  die  dann  später
mit  ausschlaggebender  Unterstützung  des  Zentrums  zum  Sieg
gelangte.  Auch  war  die  Zeitung,  nachdem  am  13.  Oktober  1882
in  Köln  der  erste  Bimetallistische  Kongreß  getagt  hatte,  in  der
bimetallistischenBewegung  das  führende  Organ  geworden.
Josef  Bachem  war  bis  zu  seinem  Tode  Schatzmeister  der  Localobteilung
  des  Deutschen  Vereins  für  internationale  Doppelwähr
 ung,  der  allerdings  später  im  Sande  verlief.

Einen  neuen  Anstoß  erhielt  die  Entwicklung  der  Zeitung  in
dieser  Zeit  durch  den  Eintritt  des  ältesten  Sohnes  des  Hauses,
Franz  X.  Bachem  in  den  Zeitungsbetrieb.  Seit  1881  schon
hatte  er  den  Vater  in  der  Geschäftsführung  und  besonders  im
Zeitungsverlag  tatkräftig  unterstützt.  So  ist  auch  die  bedeutende
Erweiterung  des  Inhalts  der  KV,  die  sich  in  der  Vergrößerung
ihres  Umfanges  aussprach,  wesentlich  auf  sein  Betreiben  zurückzuführen. ­
  Diese  Raumvermehrung  von  2898  auf  4731  qcm,  die  am
            
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