Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

sozialer Gedanken und der Kampf um Weltanschauungsfragen 
bewegten seit den 1890er Jahren die Gemüter besonders lebhaft 
und nachhaltig und ließen das Bedürfnis nach zeitgemäßen 
Wegweisern stärker als früher hervortreten. Diesem Bedürfnis 
suchten und suchen mehrere Sammlungen von Veröffentlichungen 
im Bachemschen Verlag entgegenzukommen. 
Zunächst sollte die gesamte Politik derZentrumspartei 
dargestellt werden, wie sie in den Fraktionen der Parlamente 
vertreten wird, „teils zur Benutzung für die im öffentlichen Leben 
tätigen Mitglieder der Partei im Lande, teils als Hilfsmittel für 
die Schriftleiter derjenigen Zeitungen, welche sich der Verteidi 
gung der Politik des Zentrums widmen, teils auch zum Selbst 
unterrichte eines jeden Wählers“. Die Abgeordneten Dr. Julius 
Bachem-Köln, Landgerichtsrat Gröber-Heilbronn, Prof. Dr. Hitze- 
Münster, Dr. Lieber-Camberg, Domvikar Dr. Pichler-Passau, Gym 
nasialprofessor Dr. Schädler-Landau und Oberlandesgerichtsrat 
Spahn-Berlin gaben zu diesen Zwecken seit 1895 im Bachemschen 
Verlag „Soziale und politische Zeitfragen“ in zwanglosen 
Heften heraus, die von Dr. F. Pichler (Geschichte, parlamentarische 
Behandlung und Würdigung des Antrags Kanitz betr. Mono 
polisierung und Preisfestsetzung des ausländischen Getreides und 
der Mühlenfabrikate, sowie über „Zentrum und Landwirtschaft“), 
Oherlandesgerichtsrat Roeren (über das Gesetz betr. unlautern 
Wettbewerb) und Domvikar Wenzel (über gewerbliche Sonn 
tagsruhe) verfaßt wurden. Die Sammlung ging 1908 in den 
Volksvereinsverlag in M.-Gladbach über. 
Aehnliche Ziele verfolgt die von Dr. Froberger seit 1913 
herausgegebene Sammlung „Rüstzeug der Gegenwart“, die 
es ermöglichen sollte, Abhandlungen und Reden über religiöse, 
philosophische und apologetische Tagesfragen ohne Verzug einer 
größeren Oeffentlichkeit mitzuteilen. Besonders sollten Schriften 
aufgenommen werden, „die zu den Irrtümern und Gefahren der 
Gegenwart Stellung nehmen, die eine Abwehr bedeuten gegen 
modernen Unglauben, gegen Monismus, subjektive Religionsbauerei 
und Verschwommenheit in wichtigen Lebensfragen“. Bis zum 
Jahre 1918 erschienen fünf Bände des Unternehmens. Den Anfang 
machte Dr. Hoeber mit seiner Rede auf dem Metzer Katholiken 
tag 1913 über die religiösen Pflichten des gebildeten Laien 
standes, Prof Dr. A. Rademacher lieferte eine Abhandlung über 
denEntwickiungsgedanken in Religion und Dogma. 0. Cohausz
	        
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