Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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19  (S.  29)  Ernst  W  e  y  d  e  n,  ein  verdienstvoller  kölnischer  Forscher,  1805
in  Köln  geboren,  erwarb  in  Bonn  den  Doktortitel  und  wandte  sich  zu
weiteren  Sprachstudien  nach  Paris.  1828  nach  Köln  zurückgekehrt,  fand
er  (bis  Herbst  1868)  Anstellung  als  Lehrer  an  der  neugegründeten  Bürgerschule ­
  und  übersiedelte  dann  nach  Altona,  wo  er  am  11.  Oktober  1869
starb.  Seine  Schilderungen  der  Eigentümlichkeiten  kölnischen  Lebens  in
seinem  „Köln  vor  50  Jahren“  (1862)  sind  durch  einen  bearbeiteten  Neudruck
„Köln  am  Rhein  vor  hundert  Jahren.  Sittenbilder  nebst  historischen
Andeutungen  und  sprachlichen  Erklärungen“  (1913  bei  Stauff  &  Cie.  in
Köln)  heute  noch  bekannt.
20  (S.  31)  Die  Gläubiger  waren  ein  Verwandter  seiner  Frau,  Wilh.  Wasserfall, ­
  der  Besitzer  des  „Germanischen  Hofes“,  des  späteren  Hotels  du
Nord,  mit  dem  Bachem  in  Sachen  dieses  Gasthauses  in  geschäftliche
Meinungsverschiedenheiten  geraten  war,  und  die  Firma  Sa  1.  Oppenheim
j  un.  &  Cie.  Die  Forderung  des  ersteren  belief  sich  auf  1924,  die  Oppenheimsche
  auf  6129  Taler.  Oppenheim  bemühte  sich  später,  allerdings  vergeblich, ­
  um  Rücknahme  der  Falliments-Erklärung.
21  (S.  35)  Die  Adreßbücher  führen  als  in  dem  Hause  Marzellenstraße ­
  20  wohnhaft  auf:  1835  Mühling  (der  im  Einwohnerverzeichnis
nicht  aufgeführt  wird);  1838  Joh.  Wilh.  Dietz,  Buchdruckerei;  1841  Winand
Schmitz,  Angestellter  bei  der  Dampfschiffahrt;  1844  Joh.  Peter  Bachem.
1841  weist  das  Adreßbuch  Lambert  Jos.  Frz.  Bachem  an  der  Hochstraße  81
nach.
22  (S.  37,  39)  lieber  Josef  Bachems  Tätigkeit  im  Verlagsverein  erhielt  er
folgendes  Zeugnis:  „Herrn  Joseph  Bachem,  Sohn  des  Hof-Buchhändlers  und
Buchdruckers  Herrn  L.  Bachem  (Firma  J.  P.  Bachem)  aus  Köln  ertheilen
wir  hiermit  das  ehrenvolle  Zeugniß,  daß  er  in  dem  uns  gemeinsam  zugehörigen ­
  Verlags-  und  Speditions-Geschäfte,  dem  „Kölner  Verlagsverein“
vom  1.  Januar  1894  bis  zum  31.  Dezember  1847  zu  unserer  vollkommenen
Zufriedenheit  gearbeitet  und  alle  ihm  übertragenen  Geschäfte  mit  Berufstreue, ­
  Fleiß,  Ausdauer  und  vorzüglicher  Geschicklichkeit  und  Umsicht
Qusgeführt  hat.  Wir  bedauern  lebhaft  sein  Austreten  aus  unserem
Geschäfte,  an  dessen  Bildung  er  den  thätigsten  Antheil  genommen  und
welches  er  seitdem  größtentheils  selbständig  geführt  hat,  und  wünschen
ihm  zu  jeder  geschäftlichen  Stellung,  die  er  demnächst  einnehmen  möchte,
Glück  und  Heil.  Wir  sind  mit  Vergnügen  bereit,  wo  es  irgend  gewünscht
werden  sollte,  solche  fernere  Auskunft  zu  ertheilen,  die  jedes,  Herrn
Joseph  Bachem  zu  schenkende  Vertrauen  zu  rechtfertigen  geeignet  ist.
Köln,  den  27.  Januar  1848.  Kölner  Verlagsverein
L.  Bachem.  P.  Schmitz.
Unterschrift  der  acht  Kölner  Buchhandlungen.
            
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