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Jungen und Mitteilungen des Gewerb-Vereins zu Köln, heraus
gegeben von dem Verein, redigirt von dem Vorsitzenden, C. Vohl.“ Jährlich
wurden 12 Lithographien von Maschinen, Gebäuden, Eisenbahnplänen usw.
beigegeben. Gedruckt wurde der erste Jahrgang bei Büschler u. Comp.,
der zweite in der Langenschen Buchdruckerei, der dritte und der vierte
bis 8. Juni 1839 bei Clouth u. Comp., von da ab bei Friedr. Aug. Weber
u. Comp., der fünfte vom 19. Juli 1840 und der sechste bei J. A. Mermet.
Der 10. Jahrgang (1845; neue Folge 1. Jahrgang) ging in vergrößertem
Quartformat (etwa 25x21 gegen etwa22'/2Xl8 cm) aus der Bachemschen
Druckerei hervor, die Firma übernahm auch bald den Kommissions
verlag. Gleichzeitig nahmen diese „Verhandlungen etc.“ den Titel „Ge
meinnütziges Wochenblatt des Gewerb-Vereins zu Köln an,
herausgegeben von dem Verein“. Interessant ist eine Zugabe zu Nr. 25
vom 18. Juni 1852 mit einer umfangreichen Abhandlung des Stadtbau
meisters a. D. J. P. Weyer; „Kölns Aufschwung seit Aufnahme in das
preußische Reich“, worin er eine Zusammenstellung der neuen (73) Straßen,
der (105) Straßenveränderungen, Abänderung der Werften, der neuen
Schul- und Staatsgebäude, Gasthöfe etc. gibt. Nachdem der langjährige
Schriftleiter Vohl am 30. März 1853 gestorben war, wurde das Blatt von
C. Bolle geleitet, der aber am 3. Juni schon durch den Gewerbeschul-
Direktor Dr. F. Backes abgelöst wurde. Mit dem Jahre 1855 trat als
Schriftleiter der Rendant des Vereins M. Frey tag, „Lehrer der Natur
wissenschaften an der kgl. Provinzial-Gewerbeschule“ in die Erscheinung,
und mit dem 21. Jahrgang (1856; 3. Folge 1. Jahrgang) erschien das
Unternehmen endlich, gleichfalls im Bachemschen Kommissionsverlag, in
Buchoktavformat von je 36 Seiten als „M onatsschrift desGewerbe-
Vereins zu Köln, redigirt von M. Freytag“. Im Jahrgang 1858 ver
öffentlichte der kgl. Wasserbauinspektor J. G. Schwedler in Köln zuerst
seine „Elementare Theorie der gitterförmigen Trägerkonstruktionen“, die
bekanntlich bei der ersten Kölner festen Brücke Anwendung gefunden
haben. Im Jahre 1859 ging die Monatsschrift in den Kommissionsverlag
v on F. C. Eisen’s kgl. Hof-Buch- und Kunsthandlung über. Nach vierzig
jährigem Bestehen ging das verdienstvolle Unternehmen 1876 ein.
(S. 44,45) Der Glasmalereibesitzer FritzBaudri hat sich große V erdienste
um die Betätigung des katholischen Lebens in Köln erworben. Schon
>m Jahre 1856 hat er in der Stadtverordnetenversammlung die katholischen
Interessen kräftig vertreten. Auf seine Anregung ist im Jahre 1863 die
Bürgergesellschaft gegründet worden, aus der sich ein Komitee
zu r Leitung der Wahlangelegenheiten mit Baudri an der Spitze und
Bachem, Dr. med. Braubach, Advokatanwalt v. Coellen, Dr. med. Sticker II
und Fabrikant Theodor Wolff als Mitglieder bildete. Da dieses Komitee
nur vor jeder Wahl in Tätigkeit trat, so entstand auf Anregung von
Dr. Pet. Jos. Röckerath im Jahre 1867 als ständige Agitationsorganisation