Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

der  Neue  Bürgerverein.  In  dessen  Rahmen  bildeten  sich  dann  zwei
neue  Vereine  mit  dem  Zwecke  der  wirtschaftlichen  Förderung  der  Katholiken: ­
  der  Bauverein  im  Neuen  Bürgerverein  zur  Schaffung
billiger  Häuser  für  seine  Mitglieder  und  der  Kreditverein  im  Neuen
Bürgerverein.  Neben  dem  ersten  Vorsitzenden  des  Neuen  Bürgervereins ­
  Kaufmann  Gerh.  Mersch  wurde  im  Jahre  1872  der  Kaufmann
Eduard  Fuchs  stellvertretender  Vorsitzender  und  einige  Jahre  später
Vorsitzender.  Vorher  schon  hatte  der  Verein  seinen  Namen  in  Katholischer ­
  Volksverein  geändert.  Dieser  hat  unter  der  unermüdlichen
Arbeit  von  Fuchs  und  unter  Mitwirkung  der  Kaufleute  Heinr.  Franssen,
Franz  Meisen,  Karl  Alsdorf,  Anton  von  der  Acht,  des  Domvikars  Theisen
usw.  einen  großen  Einfluß  besonders  auf  die  Wahlen  ausgeübt.  (Zu  den
Stadtratswahlen  stellten  die  Katholiken  im  Jahre  1869  zum  erstenmal
Kandidaten  auf,  und  einen,  den  Kanzler  Schenk,  brachten  sie  auch  durch.)
Seit  1874  hatte  Fuchs  das  Reichstags-Mandat  auch  gegen  die  Sozialdemokratie ­
  zu  verteidigen.  Fünf  Jahre  später  glückte  es  auch  dank  einer
unermüdlichen  Arbeit,  zum  erstenmal  in  den  Preußischen  Landtag  die
Zentrumskandidaten  Aug.  Reichensperger  und  Dr.  Röckerath  zu
entsenden.
so  (S.  47)  Den  Jubel  über  die  Aufhebung  der  Zensur  kann  man  sich  heute
schwer  vorstellen.  Der  Buchhändler  E.  Wengler  in  Aachen  schlug  am
21.  März  1848  vor,  am  Buchhändler-Börsengebäude  zu  Leipzig  folgende
Inschrifttafel  anzubringen:  „ln  diesem  denkwürdigen  Jahre  1848  wurde
die  Schmach  der  Zensur  in  deutschen  Landen  aufgehoben  und  die  Presse
in  ihre  ewigen  Rechte  wieder  eingesetzt.  Zur  Erinnerung  und  Warnung
für  kommende  Geschlechter  am  Jubilate  1848,  14.  Mai  wurde  diese  Tafel
aufgerichtet  von  den  versammelten  Buchhändlern  Deutschlands“.  Der
Vorschlag  wurde  allerdings  nicht  ausgeführt.
31  (S.  47)  Dem  Komitee  gehörten  an;  In  Aachen:  Justizrat  Jungbluth;
Bonn:  Prof.  Bauerband,  Prof.  Kaufmann,  Rentner  L.  Müller,  Prof.  Walter;
Coblenz:  Justizrat  Adams;  Crefeld:  Dechant  Reinarz;  Düsseldorf:  Direktor
Kiesel;  Köln:  Hofbuchh.  Bachem,  Generalvikar  Baudri,  Maler  Baudri,  Domkapitular ­
  Dr.  Broix,  Rentner  Clave  v.  Bouhaben,  Justizrat  Esser  II,  Landgerichtsreferendar ­
  Herrn,  v.  Fürth,  Rentner  Frhr.  S.  v.  Geyr,  Justizrat
Otto  Hardung,  Landgerichtsrat  Haugh,  Kaufmann  Th.  Kamper,  Landgerichtsrat ­
  Ludowigs,  Dr.  Warkwort  (Marquardt),  Advokat  Schenk;  Neuß:  Geistl.
Schmeddinck;  Neuwied:  v.  Liano;  Trier:  Landgerichtsrat  Reichensperger.
32  (S.  48)  Die  Form  der  Kommandit-Aktiengesellschoft  wurde  offenbar  gewählt,
weil  für  eine  solche  nach  rheinischem  Recht  eine  besondere  kgl.  Genehmigung ­
  nicht  erforderlich  war.  Sie  bedingte  allerdings  auch,  daß  die  an
die  Spitze  der  Gesellschaft  tretenden  Geranten  (Herausgeber  dem  Gesetz
gegenüber)  mit  ihrem  ganzen  Vermögen,  nicht  bloß  mit  ihrem  Aktienbesitz
hafteten.
            
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