Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Katholiken der Erzdiözese als Melchers-Denkmal die schöne 1909 vollendete 
Pauluskirche in Köln nahe dem Sachsenring. 
46 (S. 80) Der erste Jahrgang der Akademischen Monatsblätter 
erschien unter der Schriftleitung von Dr. 0. Wilpert in Gr.-Strehlitz und 
begann mit dem 25. November 1888. Das Organ, das Beiträge zur Geschichte 
und Erörterungen über Einrichtungen, Gebräuche des Verbandes und der 
Vereine, kritische Besprechungen, Biographien etc. bringen sollte, wurde 
in der Buchdruckerei Lindner in Breslau für die Mitglieder der Vereine 
als Manuskript gedruckt. Der zweite und dritte Jahrgang standen unter 
der Schriftleitung von Dr. Paul Weilbächer. 
46 (S. 83) Fridolin Hoffman n, 1828 als Sohn eines Küfermeisters in 
Coblenz geboren, erlernte, nachdem er die Elementar- und eine Privat 
schule durchlaufen hatte, die Lithographie. Infolge anstrengender Arbeiten 
litten seine Augen so sehr, daß er diesen Beruf aufgeben mußte. Nach 
einem kurzen Aufenthalt in einem Straßburger Kloster kehrte er nach 
Coblenz zurück, wirkte hier als Lehrer und redigierte den „Rhein- und 
Moselboten“, der aber bald unterdrückt wurde. Dann begann er im Seminar 
zu Mainz Theologie zu studieren, verließ es aber im Herbst 1859 vor 
Empfang der Weihen, um in Bonn Vorlesungen zu hören. Nach seinem 
Austritt aus der Leitung der KV leitete er von 1870 bis 1872 den Rhei 
nischen Merkur, ein „kirchlich-politisches Wochenblatt“, von dann bis 
1875 die Aachener Zeitung, von 1875 bis 77 die Bonner Zeitung und war 
dann 1878 eine kurze Zeitlang Mitleiter der Baseler Nachrichten. Krankheit 
nötigte ihn zur Aufgabe dieser Stellung, worauf er im Juli 1880 gegen 
Ueberweisung seiner reichhaltigen, besonders mit Bezug auf die alt 
katholische Bewegung wertvollen Bibliothek auf Grund eines Stadtver 
ordnetenbeschlusses vom 17. Juni 1880 im Alexianerkloster zu Köln 
lebenslängliche Aufnahme fand, wo er am 31. August 1886 unbeachtet 
starb. Hoffmann hat sich auch in der schönen Literatur betätigt. 1870 
erschien von ihm die Römische Familiengeschichte „Die Scornati“ und 
die Familiengeschichte „Die Töchter des Hauses“ aus der englischen 
Gesellschaft. Ein Jahr später folgten „Bilder römischen Lebens“. 
47 (S. 92, 100) Eduard Hüsgen war am 3. Oktober 18*18 als Sohn eines Lehrers 
zu Weißenburg am Rhein bei Düsseldorf geboren, studierte in Münster 
i. W. und Bonn, anfangs Theologie, bald aber Rechtswissenschaft. Als 
Referendar wurde er 1873, als verdächtig, im Düsseldorfer Volksblatt, 
dessen gelegentlicher Mitarbeiter er war, einen Artikel mit einer Majestäts 
beleidigung geschrieben zu haben, auf Grund einer Disziplinaruntersuchung 
aus dem Justizdienst entlassen. Bald darauf promovierte er in Jena als 
Dr. juris und nahm dann die Stelle an der KV an. Nach Düsseldorf über- 
siedelt, entwickelte er in den dortigen unklaren politischen Verhältnissen 
alsbald eine eifrige Tätigkeit und brachte die Zentrumspartei auch auf 
gemeindepolitischem Gebiete zu ihrem Recht. 1898 wurde er Stadtver 
ordneter und trat an die Spitze der Partei. Sein fleißiges politisches
	        
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