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Zweikontentheorie.
bauer 1 ), Hantschel (Anfangsgründe des einfachen und dop
pelten kaufm. Buchhaltens, Wien 1840) vorbereitet, wurde
zum erstenmal in streng logischer Darstellung von HügU in
dessen schätzenswertem Buche, Buchhaltungssysteme und
Buchhaltungsformen, Bern 1887, im Zusammenhang darge
stellt 2 ). Diese Theorie unterscheidet aktive und passive
Vermögensteile und versteht darunter Vermögen und Schul
den; der Wertunterschied beider ist das Rein vermögen oder
Kapital. Sie lehrt: Es sind zwei „Kontenreihen“ 3 ) zu unter
scheiden :
a) Bestands-Konten, Konten der Vermögensbestandteile,
Vermögensbestands-Konten. Sie führen Rechnung über
die Veränderungen, Zunahme uad Abnahme in den ak
tiven und passiven Vermögensteilen. Das Soll auf den
Konten dieser „Reihe“ bedeutet Eingang, Zunahme, Ver
mehrung, Plus 4 * ). Das Haben bedeutet Verminderung,
Abnahme, Ausgang, Minus.
b) Konten des Reinvermögens, Kapital-Konten, Erfolgs-Konten
(„stellvertretende“ Konten nach Augspurg). Sie'haben
die infolge des Geschäftsbetriebes herbeigeführten Ver
änderungen des Anfangskapitals bzw. des anfänglichen
Reinvermögens 6 ) durch Gewinne und Verluste, also
Kosten und Erträge, darzusteilen. Das Soli bedeutet auf
Größen. Belasten bedeutet demnach Addition von Plus- und Subtraktion
von Minus-Größen, Erkennen die Subtraktion von Plus- und Addition von
Minus-Größen. Seine Theorie stimmt äußerlich mit der Einkontentheorie
überein. Andere Zweikontensysteme entwickeln Friocourt, La compta-
bilitö moderne, Paris 1897, Lefwre, La comptabilite, thöorie, pratique et
enseignement, Paris 1883.
D Lehrbuch der kaufm. Buchführung, Wien 1850.
2 ) Vgl. auch dessen Buchhaltungsstudien, Bern 1900. Das Für und
Wider der materialistischen Kontentheorien verfolgt man am besten in
den Aufsätzen der Z. f. B., etwa seit 1894.
3 ) Gottschalk (1865), a. a. 0. S. 146, 330, unterscheidet a) Vermögens
oder Bestands-Konten zur Beobachtung der aktiven und passiven Ver-
mögensbeslände, b) Betriebs-Konten zur Ermittlung des Betriebsauf
wandes, der Produktion, der Gewinne und Verluste.
*) Die Zahlung von Schulden auf der Plus-Seite!
‘) Das anfängliche Reinvermögen wird als Gewinn, das schließlich®
als Verlust auf der Minus-Seite des Kapital-Kontos verrechnetl