Schon die erste Nummer vom 15. April 1846 erschien mit einer vier
seitigen Beilage, die auch jedem Teilnehmer zugestellt wurde, mit einem
ersten Verzeichnis empfohlener Bücher, die der Verein den Mitgliedern
und Teilnehmern alljährlich zweimal, im Dezember und Juni, durch die Be
zirks- und Lokalvorstände zu zwei Dritteln des Ladenpreises postfrei
lieferte. Aus diesem bescheidenen Verzeichnis (das zweite vom 1. Juni
1847 führte schon 333 Titel auf) hat sich heute ein jährliches dickes Buch
mit über 5000 Titeln entwickelt.
Der Vorstand des Vereins beschloß am 11. Juli 1850, das „Monatsblatt“
künftig nur alle fünf bis sechs Wochen erscheinen zu lassen und deshalb
den Titel in „Blätter des Vereins vom h. Karl Borromäus“ zu ändern.
Mit der Nr. 32 vom 5. August 1849 ging das Blatt in den Bachemschen
Verlag über, und Bachem zeichnete auch für die Redaktion. Mit dem
Jahrgang 1868 schrumpften die Blätter zu dem stetig größer werdenden
Gaben Verzeichnis zusammen, um am 1. Oktober 1903 als „Borromäus-
Blätter, Zeitschrift für Bibliotheks- und Bücherwesen“ einen neuen
ersten Jahrgang unter Leitung von Hermann Herz im Bachemschen
Kommissionsverlage zu beginnen. Sie erschienen alle zwei Monate, ein
Jahr später monatlich. Am 1. Oktober 1906 wurde der Titel in „Die
Bücherwelt, Zeitschrift für Literatur und Volksbüchereien“ geändert,
als welche das heute zu großem Ansehen gelangte Unternehmen gegen
wärtig weiterblüht.
Mittlerweile war im Jahre 1849 auch die Wochenschrift Pius IX.
in Bachems Kommissionsverlag übergegangen. Sie war eine
Frucht des ersten Zusammenschlusses der deutschen Katholiken.
In der gärenden Zeit, die dem „tollen Jahre“ voraufging, regten der
Mainzer Domdekan L e n n i g und Professor Kaspar Riffel einen „Verein
für religiöse Freiheit“ oder „Piusverein“ an mit dem Zweck,
die sozialen und politischen Fragen vom katholischen Standpunkt aus
zu behandeln und insbesondere die Freiheit, Unabhängigkeit und das
Wohl der katholischen Kirche zu wahren und zu fördern. Um ihn scharte
sich bald eine große Zahl von Ortsvereinen in Westdeutschland; schon
am 3. bis 6. Oktober 1848 hielten sie die erste Hauptversammlung in Mainz,
die erste der seitdem jährlichen Katholikenversammlungen. Der
„VizeVorsitzende“ des Kölner Vereins Pius IX. war „J. P. Bachem“, unter
welcher Form Lambert Bachem in den offiziellen Aeußerungen des Vereins
erscheint. Als die Vereine zum Zwecke der Einigkeit und des festen
Zusammenhaltens das „Vereinsorgan“ unter dem Titel „Pius IX., Christ
lich-demokratische Wochenschrift, Organ für die katholischen Vereine
Deutschlands“ ins Leben riefen, übernahm die Firma L. Schwann in
Köln Schriftleitung und Verlag. Die erste Nummer erschien am 5. Juli
1848. Seit dem 16. März 1849 ging die Zeitschrift von Bachems Verlag
aus, und auf der Nummer 21 vom 3. August erscheint Dr. Eikerling als