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die sich auf die Tätigkeit des Setzens und Drückens bezog, bestand er
in der Hof- und Universitätsdruckerei von Carl Georgi in Bonn mit dem
im allgemeinen ungewöhnlichen Prädikat „gut“, worauf er unterm
19. Dezember 1855 von der kgl. Prüfungskommission das Befähigungszeugnis
„zum selbständigen Betrieb des Buchdruckergewerbes“ erhielt.
Auf Antrag wurde ihm dann am 15. Januar 1856 die Genehmigung zum
Betrieb des Buchhandels und des Buchdruckergewerbes erteilt.
Unter den beiden Erben kam am 18. Juni 1856 ein Teilungsvertrag
zustande, gemäß welchem Josef Bachem das Geschäft
mit Rechten und Pflichten übernahm und für seine eigene Rechnung
fortführte.
Jetzt dachte er auch an die Gründung eines eigenen Hausstandes.
Im Alter von 35 Jahren hatte er sich am 14. März 1855
mit Katharina Degen, der Tochter des Kaufmanns Johann
Heinrich Degen in Bonn und dessen Gattin Anna Helena Hittorf,
verlobt. Die beiderseitigen Familien waren durch jahrzehntelange
Freundschaft verbunden. Am 26. April des nächsten Jahres fand
die Trauung statt, der eine kurze Hochzeitsreise in die Schweiz
folgte. Seine Lebensgefährtin hat mit ihm getreu Leid und Freud
des Lebens geteilt. Sie lebt nun in einem Landhaus in Rhöndorf,
das Josef Bachem im Jahre 1872 erbaut hatte, und zwar in
nächster Nähe des alten väterlichen Weinguts. (Vgl. Abschnitt VII.)
Mit vollem Eifer widmete Jos. Bachem sich nun dem schöngeistigen
Verlag.
Eine aus katholischer Weltanschauung erwachsende Unterhaltungsliteratur
gab es bis dahin überhaupt noch nicht. Kein Wunder! Hatte
doch die sog. Aufklärungszeit des 18. Jahrhunderts, deren Wirkung bis
tief in das 19. hinein naehzitterte, den Katholizismus als kulturförderndes
Element ausgeschaltet. Wohl hatte die Gegenwirkung gegen die einseitige
Verstandesrichtung in Kirche, Staat und Literatur zunächst die
romantische Schule ins Leben gerufen, die sich ihrem Charakter gemäß
dem religiösen Gefühl und im besondern dem Katholizismus wieder
näherte. Gleichzeitig erfuhr dieser von kirchlicher Seite, durch den Eifer
der späteren Bischöfe Sailer von Regensburg, Raeß von Straßburg und
Weis von Speyer in den 1820er und 1830er Jahren eine geistige Erneuerung.
Wie aber diese ausging von der Anlehnung an das Aüsland, im besondern
an Frankreich, dessen literarische Erzeugung eine lebhafte Uebersetzertätigkeit
für den deutschen Katholizismus hervorrief, so war auch in
den 1850er Jahren die katholische Literatur noch auf die Uebersetzung
fremdländischer Werke angewiesen. Dieser Aufgabe widmete sich Josef
Bachem mit Eifer; hatte er doch an dem ständig wachsenden Borromäus-Verein,
der sich die Hebung der katholischen Literatur zur