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King scheint mit großem Ernst die Aufgabe der Bestimmung
der Größe der Bevölkerung Englands aufgenommen zu haben. Er
kam zu dem Resultat, daß England mit seinen 1,3 Millionen Häusern
51 Millionen Einwohner habe. Die Normale der Geburten sei
L90 000, der Todesfälle etwa 170000, aber der normale jährliche
Geburtenüberschuß sei im 17. Jahrhundert auf einen Bevölkerungs-
zuwachs von nur 9000 reduziert worden, da durchschnittlich 4000
an der Pest, 3500 im Kriege und 2500 auf dem Meere stürben,
während 1000 in die Kolonien auswanderten. Er macht einen kühnen
Versuch, die Teilung nach Altersklassen zu finden, wie er auch seine
Vermutung über die Gliederung nach Beruf, Verbrauch und Ein-
kommen, über die Ernte und die sonstige landwirtschaftliche Pro-
duktion aufstellt. Die berühmte, so oft von Preistheoretikern zi-
tierte King-Davenantsche Skala für die Abhängigkeit der Getreide-
preise von der Ernte möge in diesem Zusammenhang erwähnt
werden. Eine wirklich numerische Grundlage hat diese Skala jedoch
nicht; sie beruht sicherlich im wesentlichen auf Schätzung.
Davenant referiert die Kingschen Berechnungen, indem er selbst
etwas hinzufügt und versucht, eine Theorie der politischen Arith-
metik zu entwickeln. Er kritisiert die Methoden und Resultate
vettys; Petty habe sich z. B. hinsichtlich der Kräfte Frankreichs
in die Irre führen lassen. Gleichzeitig gibt Davenant jedoch zu,
daß der politische Arithmetiker überhaupt auf Schätzung angewiesen
sei; man könne ganz gut die wahrscheinliche Einwohnerzahl Frank-
reichs veranschlagen, wenn man z. B. die Einwohnerzahl Englands,
die Bodenfläche Frankreichs, die Lebensweise der Bevölkerung kenne
und andere Verhältnisse in Betracht ziehe. Ebenso könne man bei
einem Vergleich zwischen holländischen und englischen Zuständen
von den Einnahmen Englands aus dem Handel mit dem Auslande auf
diejenigen Hollands schließen, indem man Fleiß und Genügsamkeit
der Holländer, die verschiedenen Handelszweige, die Plätze, mit
denen sie Handel treiben und den Umfang ihrer Schiffahrt berück-
sichtige. Ob es gelte, einem Lande Steuereinnahmen zu verschaffen,
oder ob es die Beurteilung der Frage gelte, wie lange ein Land die
Unkosten eines Krieges zu ertragen vermöge, man könne dieselbe
Methode gebrauchen; unter Berücksichtigung der Verschiedenheiten
könne man Schlüsse von einem gut bekannten Lande auf ein anderes
ziehen. Davenant versucht jedoch keine tiefergehende Theorie auf-
zustellen; er berührt nicht die Frage, wie denn solche Schätzungen
im einzelnen auszuführen und welche Grenzen der Genauigkeit der
gewonnenen Resultate gezogen seien. Dennoch aber zeugt die Art