Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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3.  die  deutschen  Tarife  für  Hamburg  und  Bremen.  Für  die
franzôsische  Durchfuhr  haben  wir:  die  Eisenbahntarife  (u,  a,
die  differentiellen)  und  die  Spezialtaxen,  die  dieses  Land
erhebt,  Das  eifrige  Streben,  dem  Antwerpener  Hafen  môglichst
  viel  Verkehr  zuzuführen,  bat  sie  selbst  bis  zu  dem  Punkte
beeinfluBt,  daB  gewisse  belgische  Industrielle  sich  durch  sie
dem  deutschen  Produzenten  gegenüber  benachteiligt  sahen,
So  zahlt  z.  B.  eine  Tonne  Stârke,  bei  voiler  Wagenladung  für
Seetransport  von  Aachen  nach  Antwerpen  versandt,  7,31  Fr.,
wâhrend  der  Spezialtarif  Nr,  8  den  Transport  von  Stârke,  auf
dem  gleichen  Abstand  von  150  km  bei  Mindestladung  von
10  Tonnen,  zur  Ausfuhr  über  See  von  einer  belgischen  Fabrik
nach'  Antwerpen  versandt,  auf  8,25  bringt. 11 )
Obwohl  der  verhâltnismâBig  geringe  Abstand  Antwerpens
von  der  deutschen  Grenze  der  Verwaltung  in  ihrer  Durchfuhrtarifpolitik
  nicht  viel  Spielraum  lieB,  ist  es  dieser  doch  gelungen,
  Antwerpen  eine  Vorzugsstellung  zu  sichern,  wenn  der
Abstand  zwischen  einem  gewissen  Punkte  in  Deutschland  und
Antwerpen  hôchstens  80  km  mehr  betrâgt  als  die  Entfernung
von  dort  nach  Hamburg-  AuBer  diesen  allgemeinen  wurden
Spezialtarife  für  den  Transport  von  Bunkerkohle  und  Eisen
aus  der  Ruhrgegend  eingeführt  und  den  grofien  Eisen-  und
Stahltransporten  aus  der  Saargegend,  aus  ElsaB-Lothringen
und  aus  Luxemburg  Rückvergütungen  gewâhrt,
Was  Frankreich  anlangt,  so  haben  wir  vor  ernstlicheren
Schwierigkeiten  gestanden.  Die  Schutzzollpolitik  dieses  Landes
hat  ihren  Rückschlag  auf  den  belgischen  Eisenbahntransport.
Eine  hohe  „Surtaxe  d’Entrepôt"  wird  von  den  meisten  in  Antwerpen ­
  geîôschten  Gütern  bei  ihrem  Eintritt  in  Frankreich
erhoben,  und  différentielle  Eisenbahntarife  begünstigen  die
Einîuhr  über  franzôsische  Hafen;  um  sich  trotzdem  môglichst
viel  von  diesem  Verkehr  zu  bewahren,  hat  die  belgische  Eisenbahnverwaltung
  Ausnahme-Durchîuhrtarife  eingeführt.  Trotz
alledem  lâBt  sich  aus  den  statistischen  Angaben  feststellen,  daB
unser  Durchfuhrhandel  mit  Frankreich  bei  weitem  nicht  eine
so  bedeutende  Ziffer  erreicht,  wie  derjenige  mit  Deutschland.
Noch  andere  Umstânde  begünstigen  die  Transporte  nach
und  von  Antwerpen  und  tragen  zur  Anschwellung  der  Vorteile

“)  De  Leener,  La  politique  des  transports,  p,  226.
            
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