Full text: Ferdinand Lassalle

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Tendenz zu haben! Ich möchte den Staatsanwalt — 
ein Schelling hat die Anklageakte gegen mich unter 
zeichnet — fragen: Wo hat er das gelernt? Bei 
seinem Vater— sicher nicht! Schelling, der Vater, gibt 
als den Zweck der Philosophie keinen geringeren an als 
den: die gesamte Zeit umzuformen. 
Und sicher wird der Staatsanwalt auch wenig Glück 
bei den andern Männern der Wissenschaft nüt dieser 
seiner nagelneuen und merkwürdigen Entdeckung machen! 
„Was wollen denn zuletzt" — sagt Fichte in seinen 
Reden an die deutsche Nation — „alle unsre Bemühun 
gen um die abgezogensten Wissenschaften? Lasset sein, 
der nächste Zweck dieser Bemühungen sei der, die Wissen 
schaft fortzupflanzen von Geschlecht zu Geschlecht und in 
der Welt zu erhalten, warum sollen sie denn auch er 
halten werden? Offenbar nur, um zu rechter Zeit 
das allgemeine Leben und die ganze menschliche 
Ordnung der Dinge zu gestalten. — Dies ist ihr 
letzter Zweck; mittelbar dient sonach, sei eS auch erst in 
einer späteren Zukunft, jede wissenschaftliche Bestrebung 
dem Staate." 
So weit Fichte! 
Meine Herren Präsident und Räte! Es würde eine 
Geringschätzung gegen Ihren eigenen erleuchteten Blick 
in sich schließen, wenn ich diese staatsanwaltliche Ent 
deckung, nicht praktische Tendenz zu haben, sei ein not 
wendiges Requisit der Wissenschaft, auch nur eines ein 
zigen weiteren Wortes der Widerlegung würdigen wollte. 
Ich hatte in der Tat bei dieser Broschüre die ausneh 
mend praktische Tendenz, meine Leser zum Verständnis 
ihrer Zeit zu bringen und dadurch für immer bestimmend
	        
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