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Alles dies lernte ich erst später kennen — und nicht
in bezug auf Lassalle.
Wieder erforderte die Krankheit des Vaters eine Trennung,
ehe eine Entscheidung gefallen war. Da holte Lassalle zu einem
großen Streich aus. In einem Brief von ungeheurem Format
gab er Sonja ein erschreckendes und doch verführendes Bild seines
Wesens. Diese Beichte, im Oktober 1860 niedergeschrieben, ist
von grandiosem Schwünge.
Lassalles Selbstporträt
Ach, Sophie, um wie viel süßer wäre es, zu Ihnen
zu sprechen! Aber unglücklicherweise ist es leichter für
mich, Ihnen zu schreiben! Sie machten selbst den Vor
schlag, die unö beschäftigende Frage schriftlich zu ver
handeln. Ich dagegen bestand darauf, sie in persönlicher
Unterredung zu beenden. Ich werde also zu Ihnen
sprechen; ich schreibe Ihnen jedenfalls das, was ich
Ihnen gesagt haben würde. Sie dürfen Ihre Entschei
dung nicht in einem Moment großmütigen Eifers fassen.
Sie müssen alles reiflich überlegen.
Erlauben Sie mir, mit der Erklärung dessen zu be
ginnen, was Ihnen während unserer Unterredung in
Köln an mir sonderbar vorgekommen sein mag. Sie
antworteten mir, daß Sie mich vielleicht lieben würden!
Ich bin, wie ich Ihnen bereits sagte, ein im höchsten
Grade stolzer Mensch; ich werde nie imstande sein,
ein Weib im Sturm zu nehmen, ich werde sogar nie
dazu mitwirken, ein schwankendes Gefühl, welches von