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Ich fange damst an, Ihnen zu sagen, daß ich mich nicht
eher entschließen werde, Sie zu heiraten, bis ich nicht
von meiner Krankheit ganz wiederhergestellt bin. Sie
müssen einen Mann in seiner ganzen Kraft und Stärke
haben, wie ich es noch vor einigen Monaten war. Möge
mich der Himmel vor dem großen Unrecht bewahren.
Sie zur Krankenwärterin zu machen!
Da ich die Krankheit aber nicht für ein ernstliches
Hindernis halte, weil ich nicht zweifle, in einigen Monaten
vollkommen gesund zu sein, so will ich diesen Grund
nicht rechnen.
Aber es gibt wichtigere Sachen!
1. Vor allen Dingen, Sophie, ist reiflich zu über
legen, daß ich ein Mann bin, der seine ganze Existenz
einer heiligen Sache, der Sache des Volks bis in ihre
äußersten Konsequenzen gewidmet hat. Diese Sache
ist bestimmt, noch in unserem Jahrhundert zu trium
phieren, aber sie wird ihre Anhänger noch oft schweren
Niederlagen und Gefahren aussetzen. In diesem Kampfe
könnte ich in schreckliche Lagen kommen, die keine An
hänglichkeit von mir abwenden kann. Mein Vermögen,
meine Freiheit, mein Leben selbst können fortwährend
gefährdet sein. Nichts ist bei mir sicher! Indem Sie
mich heiraten, bauen Sie Ihre Existenz, Ihr Haus auf
der Höhe eines Vulkans! Werden Sie den Mut haben,
im Falle des Mißlingens alles zu tragen: Verbannung,
Gefängnis, Ruin, Armut und selbst den Tod? Und
was noch schlimmer, vielleicht ein Leben voller Ent
behrungen?
Wenn nicht, so gehen Sie solchen furchtbaren Exi
stenzen, welche heute den Anblick vollkommenen Glücks