Full text: Ferdinand Lassalle

173 
Wir werden also nur viertausend Taler Einkommen 
haben. Freilich, das ist bei uns viel mehr, als es Ihnen 
scheinen wird, die Sie an Ihre russischen Preisverhält- 
nisse gewöhnt sind. 
Vergleichen wir z. B. unsere Beamtenhierarchie. Bei 
uns machen viertausend Taler das Jahresgehalt eines 
Regierungspräsidenten aus, und selbst die Minister er 
halten nicht mehr als achttausend Taler, also nur das 
Doppelte meiner Einkünfte. 
Sie werden begreifen, daß wir damit bei uns behaglich 
und angenehm würden leben können, aber wir müßten 
ordentlich rechnen, unsere Mittel zusanimennehmen, 
uns dies und jenes auch versagen untz unS nur selten 
einen Luxus gestatten. 
Bisher hatte ich die Gewohnheit, vor keiner Ausgabe 
zurückzuschrecken, wenn ich etwas wünschte, ich hatte es 
auch nicht nötig, da ich inimer für einen Junggesellen 
ziemlich reich war. Wenn Sie aber mein Weib sein 
werden, wird das nicht mehr so gehen. Es wird allerdings 
nicht nötig sein, etwas in meinen alltäglichen Lebens 
bedürfnissen zu verringern. 
Wir werden zu zweien noch ebenso leben können, wie 
ich gewöhnlich allein lebe. Nur die großen Ausgaben, 
die ich zuweilen zu splendiden und luxuriösen Festen für 
Freunds oder zu sehr kostspieligen Reisen, für teure 
Bücher und dergleichen zu machen liebte, werde ich be 
deutend mäßigen müssen. Ich werde nicht ohne Berech 
nung leben dürfen. 
Fürchten Sie nichts. Ich werde alles das und zwar 
gern tim, ich werde auch außerdem noch vielem sehr gern
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.