Full text: Ferdinand Lassalle

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unbegrenzter Energie, und die Zeitungen trugen diesen 
Ruf durch die ganze Monarchie. Alle priesen mich als 
einen Menschen, der die Fähigkeit habe, allein gegen 
die ganze Welt anzukämpfen. Seit diesen. Tage erkannte 
mich die demokratische Partei in der Rheinprovinz als 
einen ihrer Hauptführer an. 
Die natürliche Folge davon war, daß ich drei Monate 
später aufs neue im Düsseldorfer Gefängnis saß, da ich 
aus Anlaß des Staatsstreiches in Berlin (November 
1848) meinen ersten großen politischen Prozeß hatte, 
aus welchem ich nicht minder siegreich, mit nicht weniger 
Glanz hervorging. Ich werde Ihnen meine Rede aus 
diesem Prozesse geben, da diese gleichfalls gedruckt ist; 
sie wird Sie amüsieren. 
Von neuem freigesprochen, hatte ich immer von 
neuem wieder politische Prozesse^ Durch die Prozesse, 
welche ich gegen den Grafen für die Gräfin führte, 
fast erstickt, war ich andererseits auch durch die Prozesse 
und Verhaftungen, welche die Regierung gegen mich ver 
hängte, gehemmt. Doch nichts war imstande, mich aufzu 
halten. Mit einer Hand gegen die Regierung, mit der 
anderen gegen den Grafen kämpfend, war ich überall. Ich 
führte die Prozesse gegen den Grafen ohne Unterbrechung, 
sogar aus dem Gefängnisse. Selbst auf seiten meiner 
Feinde erfuhr ich Erfolge, die geradezu unerklärlich sind. 
Während ich in Düsseldorf ini Gefängnisse saß, erhielt 
ich von der dortigen Regierung, meinen ärgsten politischen 
Todfeinden, die Erlaubnrs, jedesmal das Gefängnis 
verlassen zu dürfen, um in dem Scheidungsprozeß der 
Gräfin zu plädieren, eine vollständig gesetzwidrige Er 
laubnis, die man nichtsdestoweniger nur gab, nur, den
	        
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