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unbegrenzter Energie, und die Zeitungen trugen diesen
Ruf durch die ganze Monarchie. Alle priesen mich als
einen Menschen, der die Fähigkeit habe, allein gegen
die ganze Welt anzukämpfen. Seit diesen. Tage erkannte
mich die demokratische Partei in der Rheinprovinz als
einen ihrer Hauptführer an.
Die natürliche Folge davon war, daß ich drei Monate
später aufs neue im Düsseldorfer Gefängnis saß, da ich
aus Anlaß des Staatsstreiches in Berlin (November
1848) meinen ersten großen politischen Prozeß hatte,
aus welchem ich nicht minder siegreich, mit nicht weniger
Glanz hervorging. Ich werde Ihnen meine Rede aus
diesem Prozesse geben, da diese gleichfalls gedruckt ist;
sie wird Sie amüsieren.
Von neuem freigesprochen, hatte ich immer von
neuem wieder politische Prozesse^ Durch die Prozesse,
welche ich gegen den Grafen für die Gräfin führte,
fast erstickt, war ich andererseits auch durch die Prozesse
und Verhaftungen, welche die Regierung gegen mich ver
hängte, gehemmt. Doch nichts war imstande, mich aufzu
halten. Mit einer Hand gegen die Regierung, mit der
anderen gegen den Grafen kämpfend, war ich überall. Ich
führte die Prozesse gegen den Grafen ohne Unterbrechung,
sogar aus dem Gefängnisse. Selbst auf seiten meiner
Feinde erfuhr ich Erfolge, die geradezu unerklärlich sind.
Während ich in Düsseldorf ini Gefängnisse saß, erhielt
ich von der dortigen Regierung, meinen ärgsten politischen
Todfeinden, die Erlaubnrs, jedesmal das Gefängnis
verlassen zu dürfen, um in dem Scheidungsprozeß der
Gräfin zu plädieren, eine vollständig gesetzwidrige Er
laubnis, die man nichtsdestoweniger nur gab, nur, den