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Es gibt Verhältnisse, Sophie, in denen ich eher meine
Eingeweide verschlingen würde, als daß ich jemand
betrügen könnte, der mir gesagt hat: „Ich glaube an dich!"
Überdies habe ich ihr sehr viel zu danken, denn sie
hat mich viel besser gemacht, als ich war. Ich kann
wohl sagen, daß ich ein ausgezeichnetes und warmes
Herz hatte, aber ich hatte auch die Laster der Kraft.
Ich hatte in mir wilde Instinkte, einen fürchterlichen
Zorn, eine grenzenlose Leidenschaftlichkeit; ich konnte
grausani hart sein und ohne Mitleid. Sie hat mir alles
dies abgewöhnt. Sie hat in mir die guten Instinkte
entwickelt und die anderen unterdrückt. Wenn ich jetzt
so bin, daß Sie mit mir glücklich werden könnten, so ist
das ihr Werk.
Und also, Sophie, weil ich die Gräfin wie ein
Sohn liebe, werden Sie, wenn Sie mich zum Manne
nehmen, sie auch lieben müssen, wie eine wirkliche
Mutter, mit der wahren Zärtlichkeit einer Tochter.
Wenn nicht, so würde ich nicht glücklich sein.
Aber andererseits, wenn Sie gut gegen sie sein werden,
wird sie Sie in kurzer Zeit mehr lieben wie mich! Sie
wird Sie wie eine Tochter lieben, ebenso zärtlich, wie
sie immer ihre eigenen Kinder geliebt hat.
Ich hoffe sie bestinimen zu können, bei uns zu wohnen,
um alle drei glücklich und vereint zu leben.
. Da sie außerordentlich zartfühlend ist, so wird sie
das vielleicht nicht wollen, ohne zu wissen, ob Sie sie
lieben werden, aber ich werde mich für Sie verbürgen
und hoffe ihr dies Versprechen abzuringen.
Jetzt, Sophie, habe ich alles gesagt, was ich zu sagen
hatte.