Full text: Ferdinand Lassalle

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großes schönes Porträt der Gräfin Hatzfeldt, aus ihren 
Jugendjahren. Hinter diesem Kabinett befand sich ein 
in orientalischem Geschmacke dekoriertes Zimmer mit 
niedrigen türkischen Diwans, die mit teuren orientalischen 
Seidenstoffen bedeckt waren, Etageren, Tischchen und 
Taburetts mit Inkrustationen und angefüllt mit Rauch 
utensilien; luxuriöse Nargilehs, teure türkische Pfeifen 
rohre mit enormen Bernsteinspitzen. Aus diesem Zimmer 
war ein Ausgang in einen kleinen Wintergarten, der 
mit schönen Pflanzen angefüllt war. Der Salon, zu 
gleich auch Speisezimmer, war mit guten Bildern und 
seltenen Stichen geschmückt. Mehrere bekannte Sta 
tuen in Lebensgröße, unter ihnen die sehr gut aus 
geführte Kopie der Venus von Milo. Hier stand auch 
ein prachtvoller Flügel. Ein nach ausländischen Be 
griffen ziemlich großes Gesellschaftszimmer ging niit den 
Fenstern nach der Straße und war mit den teuersten 
Teppichen versehen, mit schweren samtenen Drapie 
rungen, mit den luxuriösesten Möbeln, einer Menge 
von großen Spiegeln, Bronzen, großen japanischen und 
chinesischen Vasen. Dieses Gesellschaftszimmer gefiel nur 
nicht, es war zu bunt und zu sehr auf den Effekt be 
rechnet. 
Lassalle nahm uns wie Verwandte auf; bald kam 
sein Vater. Letzterer war eine schöne, offene Persön 
lichkeit; der Typus eines sehr kräftigen und gesunden 
Alten, von nicht großem Wüchse, mit ganz grauem, 
dichtem Haar. Er blickte mit unbeschreiblicher Zärtlich 
keit mit seinen blauen Augen auf den Sohn. Man sah 
es, daß er seinen Sohn zu würdigen wußte und stolz 
auf ihn war. Diese ehrliche, gute Physiognomie voll
	        
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