Full text: Ferdinand Lassalle

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Der Weg über Deutschland zu Helenen 
München, 18. August 
Gräfin! Kein Verdammter in so entsetzlicher Höllen 
qual !!! 
Ihren Brief (von Mainz) erhalten. — 
1. Auch nach bayerischem Gesetz ist sie mit einund 
zwanzig Jahren majorenn. Gleichwohl ist auch dann 
noch, da sie nicht emanzipiert ist, Einwilligung des 
Vaters nötig, die aber, wenn verweigert, durch die Ge 
richte erteilt werden kann, und wie mir Dr. Haenle 
sagte, auch erteilt werden würde. Haenle nimmt sich 
meiner Sache mit aller Energie an. Er will die Klage 
auf Einwilligung in meinem Namen stellen, macht sich 
zwar keine Illusion, daß auf dem Rechtswege praktisch 
etwas zu erreichen sei, meint aber auch den Vater durch 
Furcht vor dem Skandal einzuschüchtern, will ihm einen 
Brief schreiben, worin er ihm dieses alles vorstellt usw. 
2. Ich komme soeben voin Minister deö Auswärtigen 
zurück, Baron von Schrenk, mit dem ich eine fast zwei 
stündige Unterredung gehabt. Er fand mich Herrn von 
Doenniges gegenüber ganz im Recht und ging z. B. 
so weit, zu sazen: Ich würde Ihnen unter solchen Um 
standen meine Tochter nicht verweigern, obgleich ich 
begreife, daß es nicht angenehm wäre, einen Schwieger 
sohn von so überwiegend politischer Bedeutung zu 
haben... In Summa, er war ganz für mich, war sich 
nur nicht darüber einig, was er tun solle und könne; 
ein gütlicher Brief würde nichts nützen; befehlen könne 
er nicht. Er verabredete mit mir, daß ich morgen
	        
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