Full text : Ferdinand Lassalle

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„Immer  näher!"  erscholl  es.  Ich  trat  einige  Schritte
vor,  blieb  aber  in  meiner  vorigen  Stellung  und  würdigte
die  ganze  Versammlung  auch  keines  Blickes.
Der  Direktor  las  nun  mein  sogenanntes  Verbrechen
vor  und  erklärte,  daß  er  auf  meinen  Cousin  nicht  die
geringste  Rücksicht  nehme.  Nun  fing  ein  Schauspiel  an,
das  wirklich  im  wahren  Sinne  des  Wortes  sehenswert
war.  Schiebe,  Schierholz  und,  was  mich  am  meisten
ärgerte,  Feller  waren  die  Sprecher,  die  anderen  schwiegen. ­
  Diese  drei  aber  lösten  sich  unaufhörlich  ab.  Trotz
der  unbeschreiblichen  Verachtung,  die  ich  empfand,
wurde  ich  doch  ganz  wehmütig.  Mir  kam  vor,  ich  wäre
ein  toter  Adler  und  löge  auf  dem  Felde,  und  es  kämen
x  die  Raben  und  die  diebischen  Elstern  und  all  das  verächtliche ­
  Geflügel  und  pickten  mir  die  Augen  aus  und  nagten
mir  das  Fleisch  von  den  Knochen.  Plötzlich  aber  fing
ich  wieder  an  mich  zu  regen,  es  kam  Leben  in  mich,
und  ich  erhob  mein  rauschendes  Gefieder.  Krächzend
entflohen  die  Raben  und  Elstern,  ich  aber  schwang  mich
auf  zur  Sonne.
AuS  diesen  Träumereien  weckte  mich  unangenehm
der  Baß  des  Alten.  Gott,  was  räsonnierten  die  nicht  zusammen ­
  !  Kein  gutes  Haar  ließen  sie  an  mir.  Ich  wurde
für  heuchlerisch,  betrügerisch,  schlecht,  eigennützig,  überspannt, ­
  hinterlistig,  verrückt  und  verdreht  erklärt.  Da
die  guten  Herren  über  meine  Leistungen  nicht  reden
konnten,  das  Räsonnement  über  das  vorliegende  Verbrechen ­
  auch  bald  erschöpft  war,  so  singen  sie  an,  auf
meinen  Charakter  zu  kommen.
„Meine  Herren,"  fing  Feller,  diese  personifizierte
Falschheit,  an,  „Messieurs,  Sie  müssen  wissen,  Lassal
            
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