Full text : Ferdinand Lassalle

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Leistungen  war  ich  untadelhaft,  ich  will  auch  in  meinem
Betragen  jetzt  sehr  behutsam  sein.  Ich  will  mich  von
nun  an  nicht  gut  betragen,  denn  ich  habe  mich  nie  schlecht
ausgeführt,  aber  ich  will,  mit  einem  Wort,  mich  gar  nicht
betragen.  Bis  jetzt  war  meine  Hoffnung,  Ostern  abzugehen. ­
  Von  nun  an  ist  es  mein  fester  Entschluß,  den
vollen  Kurs  durchzumachen.  Ich  fürchte  S.  nicht.
Lebensentscheidung
Eine  lange,  eine  überaus  wichtige  Zeit  ist  jetzt  vorübergegangen. ­
  Mein  Vater  war  da.  Ich  habe  ihm  meinen
Wunsch,  meinen  unwiderruflichen  Entschluß,  zu  studieren, ­
  mitgeteilt  Er  war  im  Ansang  überrascht,  dann
sagte  er,  er  wolle  es  eine  Zeitlang  in  Erwägung  ziehen.
Ich  ging  so  weit,  zu  sagen,  es  bedürfe  hier  gar  keiner
Erwägung,  nur  seiner  Einwilligung  bedürfe  es,  denn
ich  würde  doch  nie  von  meinem  Entschluß  abstehen.
Das  war  freilich  zu  weit  gegangen,  meinem  Vater
jede  Wahl  abzusprechen,  übrigens  hatte  ich  keinen
kleinen  Kampf  zu  bestehen  in  meinem  eigenen  Innern.
Mein  Vater  sagte  mir,  wie  er  gehofft,  ich  würde  ihm  die
Last  abnehmen,  die  jetzt  so  drückend  auf  seinen  Schultern
zu  liegen  anfange.  Er,  der  kampfesmüde  Mann,  der
sich  sehnte,  seine  Tage  in  Ruhe  hinzubringen,  müßte,
wenn  ich  in  meinem  Entschluß  beharrte,  von  neuem  zu
arbeiten,  zu  ringen  anfangen,  um  Riekchen  und  Ferdinand ­
  zu  ernähren.  O  Gott,  das  wog  schwer  in  der
Wagschale!  Doch  weil  ich  nicht  anders  konnte,  weil
ich,  obwohl  ich  schmerzlich  rang,  dennoch  erklärte,  ich
müsse  meiner  Neigung,  meinem  unverkennbaren  Berufe
            
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