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Leistungen war ich untadelhaft, ich will auch in meinem
Betragen jetzt sehr behutsam sein. Ich will mich von
nun an nicht gut betragen, denn ich habe mich nie schlecht
ausgeführt, aber ich will, mit einem Wort, mich gar nicht
betragen. Bis jetzt war meine Hoffnung, Ostern abzu
gehen. Von nun an ist es mein fester Entschluß, den
vollen Kurs durchzumachen. Ich fürchte S. nicht.
Lebensentscheidung
Eine lange, eine überaus wichtige Zeit ist jetzt vorüber
gegangen. Mein Vater war da. Ich habe ihm meinen
Wunsch, meinen unwiderruflichen Entschluß, zu stu
dieren, mitgeteilt Er war im Ansang überrascht, dann
sagte er, er wolle es eine Zeitlang in Erwägung ziehen.
Ich ging so weit, zu sagen, es bedürfe hier gar keiner
Erwägung, nur seiner Einwilligung bedürfe es, denn
ich würde doch nie von meinem Entschluß abstehen.
Das war freilich zu weit gegangen, meinem Vater
jede Wahl abzusprechen, übrigens hatte ich keinen
kleinen Kampf zu bestehen in meinem eigenen Innern.
Mein Vater sagte mir, wie er gehofft, ich würde ihm die
Last abnehmen, die jetzt so drückend auf seinen Schultern
zu liegen anfange. Er, der kampfesmüde Mann, der
sich sehnte, seine Tage in Ruhe hinzubringen, müßte,
wenn ich in meinem Entschluß beharrte, von neuem zu
arbeiten, zu ringen anfangen, um Riekchen und Fer
dinand zu ernähren. O Gott, das wog schwer in der
Wagschale! Doch weil ich nicht anders konnte, weil
ich, obwohl ich schmerzlich rang, dennoch erklärte, ich
müsse meiner Neigung, meinem unverkennbaren Berufe