Full text : Ferdinand Lassalle

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folgen,  war  mein  Vater  fast  versucht,  zu  glauben,  ich
wäre  lieblos.
Er  fragte  mich,  was  ich  studieren  wollte.
„Das  größte,  umfassendste  Studium  der  Welt,"  entgegnete
  ich,  „das  Studium,  das  am  engsten  mit  den
heiligsten  Interessen  der  Menschheit  verknüpft  ist:  das
Studium  der  Geschichte."
Mein  Vater  fragte  mich,  wovon  ich  leben  wollte,  da
ich  in  Preußen  kein  Amt,  keinen  Lehrstuhl  erhalten
könnte  und  mich  doch  nicht  von  meinen  Eltern  trennen
wollte.  O  mein  Gott,  wenn  das  zu  vermeiden  wäre!
Doch  antwortete  ich  nur,  ich  würde  mich  überall  zu  ernähren ­
  wissen.
Mein  Vater  fragte  mich,  warum  ich  nicht  Medizin
oder  Jura  studieren  wollte.
„Der  Arzt  wie  der  Advokat,"  entgegnete  ich,  „sind
Kaufleute,  die  mit  ihrem  Wissen  Handel  treiben.  Oft
auch  der  Gelehrte.  Ich  sehe  es  an  Hander,  der  im  eigentlichen ­
  Sinne  des  Wortes  Kaufmann  ist."  Ich  wollte
studieren  der  Sache,  des  Wirkens  wegen.
Mein  Vater  fragte,  ob  ich  glaubte,  daß  ich  ein
Dichter  sei.
„Nein,"  antwortete  ich,  „aber  ich  will  mich  der  publizistischen ­
  Sache  widmen.  Jetzt,"  sagte  ich,  „jetzt  ist  die
Zeit,  in  der  man  um  die  heiligsten  Zwecke  der  Menschheit ­
  kämpft.  Bis  zum  Ende  des  vorigen  Jahrhunderts
war  die  Welt  in  Ketten  dumpfen  Aberglaubens  gehalten.
Da  erhob  sich,  durch  die  Macht  der  Geister  angeregt,
eine  materielle  Gewalt,  die  blutig  das  Bestehende  in
Trümmer  stürzte.  Der  erste  Ausbruch  war  schrecklich  und
            
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