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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
wie auch, die Weserzeitung bei Besprechung des Antrags
richtig bemerkte, — an die bestehenden Verhältnisse anknüpfen
sollte. Er lautete im wesentlichen:
„Zur Beseitigung der sozialen Notlage sind ins Auge gefaßt:
die Verstaatlichung oder Kommunalisierung des Grund und
Bodens in langsamer organischer Reform und in Anknüpfung
an die bestehenden Verhältnisse. Einen
1. ersten, sofort zu verwirklichenden Schritt sieht der Verein in
der Verstaatlichung der Bergwerke, nachdem erst ein
weiterer Rückgang der Kurse wie 1873 abgewartet ist.
Daran würde sich anschließen müssen:
2. Eine soziale Steuerreform, bei der die Deklaration die
conditio sine qua non bildet. Hierdurch wird das arbeitslose
Einkommen aus Renten, Zins usw. schärfer gefasst.
3. Eine Landgemeindeordnung in freiheitlichem Sinne. Sie
müßte die Grundlage bilden, auf der Staat und auch Gemeinden
das neue Gesetz über das Rentengut benutzten,
um verschuldete und vergantete Besitzungen zu kaufen.
4. Aufhebung der Fideikommisse; Gleichheit des Erbrechtes.
5. Langsame Beseitigung der autonomen Zolltarife. Neue
Zollvereinbarungen. Langsam sinkende Skala der Zölle,
besonders der Getreidezölle. Wo die Grundbesitzer, besonders
im Latifundienbesitz, nicht vermögen, trotz sinkenden
Zinsfußes den Schuldverpflichtungen nachzukommen, Vergantungen
und neue Käufe des Staates und der Gemeinden,
wie der Bauern.
6. Allmähliche Übernahme des Grundkredites auf Staats-,
Provinzial-, Kreis- und Gemeindebanken.
7. Ausbau der Arbeitergesetzgebung, besonders des Genossenschaftswesens.“
Dieser Antrag wurde leider unter der Motivierung abgefeimt,
daß er beabsichtige, den Bund zu einer politischen
Partei zu stempeln, während er nur bezweckte, an Stelle
von schemenhaften Theorien und schablonenmäßiger Durchführung
eine Grundlage zu gewinnen, welche geeignet war,
die Bundesmitglieder auf den Boden der Tatsache zurückzuführen
und sie für eine, wenngleich mühsame, das Ziel
erst in weiter Ferne zeigende Politik zu gewinnen. Versuchen
wir es nun, an der Hand der Thesen die Wege,
welche unseres Erachtens die Bodenreform zu gehen hat,
klarzulegen. Auf die Reihenfolge kommt es bei der Auf-