Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

162 
Die Wohnungsfrage. 
vorhanden, dazu komme noch ein zweiter Raum, der weder 
Licht noch Luft habe. Dieser sei weder als Schlafzimmer 
noch als Küche zu gebrauchen. In der ersten Etage seien 
zwei große Zimmer vorhanden, die allerdings durch Bretter 
wände in vier kleine Räume geteilt seien. Außerdem sei der 
dumpfe Raum vorhanden, wie im Unterhaus. Das ganze 
Vorderhaus sei im schlechtesten Zustande, es stehe auf dem 
Aussterbeetat. Im Hintergebäude seien auf der ersten Etage 
drei Zimmer, für welche das Kuratorium nach dem Plane des 
Architekten Röting ein eigenes Treppenhaus bauen wolle, ob 
schon vom Vorderhause schon eine Treppe dorthin führe. Der 
sogenannte „Speicher“ im Hinterhause sei kaum benutzbar, er 
sehe einem Taubenschlage ähnlich. In den neu zu errichtenden 
Gebäulichkeiten auf dem Hintergelände sollten zwölf neue 
Wohnungen zu je zwei Zimmern geschaffen werden. Eine 
solche Wohnung reiche nur für ein junges Ehepaar aus; falls 
die Familie größer werde, sei sie nicht mehr zu gebrauchen. 
Redner schlägt aus diesen Gründen vor, die Genehmigung zu 
versagen. 
Herr Beigeordneter B.: Er konstatierte, daß in der Kommission 
nur die Herren K. und S. Gegner des Projektes gewesen. Es 
habe sein Mißliches, in einer öffentlichen Sitzung diese Sache 
zu diskutieren. Er bestreite entschieden, daß das Haus eine 
baufällige Baracke sei. Der Ankauf sei vom Kuratorium als 
ein sehr günstiger angesehen worden. Das Wohnen in dem 
selben sei keineswegs ein ungemütliches, was schon aus dem 
hohen Mietserträgnisse hervorginge. Wenn schon in Ober 
bilk — ein Vorort — in den neu zu erbauenden Häusern an 
der Hildenerstraße Wohnungen zu zwei Zimmern projektiert 
seien, dann könnte man doch sicher mitten in der Stadt mit 
zweizimmerigen Wohnungen zufrieden sein. 
Herr Stadtv. D. stellte fest, daß das Kuratorium auf sein 
Ausschreiben hin, abgesehen von einigen alten Häusern in der 
Mühlenstraße, die nichts wert gewesen seien, gar keine anderen 
Anerbietungen erhalten habe. Das Haus Ratingerstraße halte 
er für vorteilhaft angekauft. 
Herr Stadtv. S. hat auch an dem vorliegenden Plane 
mancherlei Ausstellungen und beantragt, denselben zurück 
zuverweisen. 
Herr Stadtv. H.: In der gemeinsamen Sitzung sei nur die 
projektierte Treppe bemängelt worden. Heute komme Herr K. 
und verwerfe das ganze Projekt. In dem Kuratorium sei man 
vollständig darüber einig gewesen, daß die Wohltaten der 
Stiftung allen Teilen des Stadtgebietes zugute kommen sollten. 
Aus diesen Gründen habe man beschlossen, alte Häuser an 
zukaufen und das Haus Ratingerstraße 1 sei als durchaus ge 
eignet befunden worden. Das Haupthaus sei von den Bau-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.