Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

So  wertvoll  die  freie  Verfügung  über  den  Boden  seitens
des  Besitzers  ist  und  so  wenig  sie  im  allgemeinen  angetastet
werden  darf,  so  unheilvoll  ist  die  Vernachlässigung  der
ewigen  Gesetze  gewesen,  daß  der  Grund  und  Boden  Eigentum ­
  der  Gesamtheit  ist.  Er  ist  ein  freies  Geschenk  der
Natur  an  alle,  welche  durch  den  Staat  in  entwickelteren
Gemeinwesen  vertreten  sind.  Dieser  überläßt  das  Produktionsinstrument ­
  an  die  einzelnen,  welche  ihn  benutzen  können,
aber  an  das  Gemeinwesen  die  Leistung  der  Naturkräfte,
welche  man  Grundrente  nennt,  vergüten.  In  einem  Staate,
wo  die  Gerechtigkeit  thront,  gehört  diese  Grundrente  dem
Staate,  man  darf  in  solchem  Wesen  erwarten,  daß  die  Grundrente ­
  der  faktische  Ausdruck  der  wirklichen  naturalen  Nutzleistung ­
  des  Bodens  ist,  daß  sie  nicht  die  letztere  übersteigt, ­
  wie  es  heute  der  Fall.  Aber  wir  müssen  heute  dafür
leiden,  daß  man  nicht  der  ewigen  Gerechtigkeit  und  ihren
Anforderungen  gefolgt  ist,  daß  man  den  Boden  dem  Schacher
anheimgegeben,  daß  man  einzelnen  erlaubt,  die  Leistungen
des  Bodens  in  ihre  Hände  zu  bringen.  Sehen  wir  von  dem
altbefestigten  Großgrundbesitze  ab,  so  ist  es  immer  mehr
das  Streben  der  Pfiffigen  geworden,  Boden  in  ihren  Besitz
zu  bringen,  um  dessen  Kräfte  sich  bezahlen  zu  lassen,  sei
es  durch  Pacht  oder  durch  Hypothekenzinsen.  Ja,  nicht
damit  genug,  daß  die  wirklichen  natürlichen  Nutzwerte  in
privater  Grundrente  dem  Gemeinwesen  genommen  wurden;
die  Grundrente  ist  eben  schon  gar  kein  Maß  mehr  für  die
Leistung  der  Bodenkräfte,  da  sie  dieselben  weitaus  überragt.
Die  Pachten  und  Zinsforderungen  enthalten  unendlich  mehr
als  die  natürliche  Leistung  des  jeweiligen  Bodens,  sie  rauben
den  Bauern  —  wenn  wir  vorläufig  von  dem  landwirtschaftlichen ­
  Boden  sprechen  —  einen  großen,  ja  den  größten
Teil  des  Arbeitslohnes.
Statt  dem  Gemeinwesen  zuzufallen,  welches  sie  für  die
Wohlfahrt  aller  Mitglieder  verwenden  würde,  ziehen  relativ
            
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