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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
ohne Mühe von den Früchten der Arbeit mitzehre, einerlei!
ob Großgrundbesitzer ihre Ländereien in Pacht ausgeben
oder ob der „freie“ Bauer Hypotheken gegen Zins aufnimmt.
Jene enormen Vermögen verdanken diesem Tribut;
ihren Ursprung, und es mag wohl wahr sein, was die „Deutschelandwirtschaftliche
Ztg.“ berichtet:
„Jede Arbeitsstunde des deutschen Volkes ist mit einer
Million Mark geldherrschaftlichen Zinsen (Pachtabgabe) belastet
, und dazu, ganz abgesehen von der Staatsschuldenzunahme,
vergrößert sich an jedem Arbeitstage allein die-Hypothekenschuld
um etwa 3V2 Millionen Mark.“
Dem GrundundBoden, seinerNatur nach das unbeweglichste-Objekt,
ist durch die Gesetzgebung die Eigenschaft des
mobilen Kapitals aufgezwungen worden. Statt die nationale
Quelle der Arbeit zu sein, wird er als Spiel- und Wucherobjekt
benutzt.
Wie schon in den Vereinigten Staaten, deren unermeßliche
Räume keinen Platz für 80 Millionen Menschen —
obwohl über 1000 Millionen Menschen Überfluß hätten —
bieten, die Belastung des Grund und Bodens mit Leihkapital,
und Pachten eine ernste Gefahr bietet, erhellt aus folgendem
Berichte:
„Im Senate der Vereinigten Staaten ist kürzlich die Notlage
der Farmer Gegenstand der Beratung gewesen. Über
Mittel zur Abhilfe gingen die Ansichten weit auseinander.
Die Getreidepreise sind gegenwärtig viel geringer, als sie vor
zehn Jahren waren. Die Schulden, welche die Farmer damalsin
der Gestalt von Hypotheken zu hohem Zinsfuß gemacht
haben, lasten jetzt schwer auf ihnen, da die Preise
der Farmprodukte niedrig sind. Daß unter diesen Umständen
Ackerbauland im Preise gefallen, ist selbstverständlich. Senator
Vorhees von Indiana erklärte in einem längeren Vortrag über
diesen Gegenstand, daß 30 — 50 Prozent aller Farmer in Illinois,
Michigan, Indiana, Kentucky, Missouri, Kansas, Nebraska und
des ganzen Nordwestens mit schweren Hyp otheken belastet
seien, daß die Farmer die Zinsen nicht bezahlen
könnten und demzufolge ihr Besitztum ihren Gläubigern
überlassen müßten. Bei der raschen Besiedelung unseres
Nordwestens wurde es seit geraumer Zeit den Farmern,, und