Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

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solchen,  die  es  werden  wollten,  erleichtert,  gegen  Hypotheken
Geld  zu  bekommen.  Zahlreiche  Agenturen  in  allen  Städten
und  Dörfern  des  Landes,  Agenturen  von  Syndikaten  amerikanischer ­
  und  europäischer  Kapitalisten,  für  welche  hohe  Zinsen
verlockend  waren,  boten  ihnen  bereitwilligst  die  Mittel  zu  ihrem,
Ruin.  Die  Folge  davon  ist,  daß  Tausende  von  Farmern  zum
Wanderstab  greifen,  Haus  und  Hof  verlassen  und  nach  verschiedenen ­
  Richtungen  der  Vereinigten  Staaten  sich  zerstreuen,.
um  ihr  Glück  von  neuem  zu  versuchen.  Der  „ferne  Westen,“
bisher  das  große  Reiseziel  der  Einwanderer  aus  den  Staaten
Europas,  ist  nicht  mehr,  was  er  war.  Was  vor  40  Jahren,
der  Westen  war,  nämlich  die  humusreiche  Mittelregion  von
Ohio,  Indiana,  Illinois,  Missouri,  Ost-Jowa,  Wisconsin  und
dem  südlichen  Michigan,  war  und  ist  auch  jetzt  noch  fruchtbareres ­
  Land  als  die  meisten  Gegenden  an  den  Küstenstrecken,,
welche  durch  hundertjährigen  Raubbau  ausgesogen  sind.  Der
westliche  Prairieboden  war  leichter  unter  den  Pflug  zu  bringen
als  das  östliche  Waldland,  die  von  Dampfschiffen  und  Frachtbooten ­
  befahrenen  großen  Ströme  stellten  leichte  Verbindungen»
mit  den  Märkten  her.  „Wo  Tauben  sind,  da  fliegen  Tauben
hin,“  fand  auch  auf  die  Einwanderung  Anwendung.  Die  früheren
deutschen  Einwanderer  in  Pennsylvanien,  New-York,  New-Jersey,
  Maryland  und  Virginien  hatten  allmählich  ihren  Zusammenhang ­
  mit  der  alten  Heimat  verloren,  und  so  wurden
die  Staaten  unter  den  Völkern  Europas,  welche  die  Ackerbau
treibenden  Einwanderer  liefern,  nach  und  nach  vergessen»
Auch  die  junge  Generation  der  eingeborenen  amerikanischen
Bevölkerung,  namentlich  in  den  Heu-Englandstaaten,  folgt  seit
einem  Vierteljahrhundert  dem  Drange  nach  den  fetten  Triften
des  Westens,  und  wie  die  Alten  aussterben,  gehen  die  abgewirtschafteten ­
  Farmen  in  die  Hände  neuer  Einwanderer  aus
Europa  über,  die  sie  mit  Mühe  und  Arbeit  wieder  ertragfähig
machen  und  sich  dann  in  vielen  Fällen  besser  dabei  stehen,
als  ihre  Landsleute,  die  nach  dem  heutigen  „fernen  Westen“,
in  die  unwirtlichen  Dakotas,  Montana  usw.  gezogen  sind,  wo
sie  im  Winter  vor  Kälte  erstarren,  im  Sommer  vor  Hitze  und
Dürre  fast  verschmachten.  Dazu  kommen  für  letztere  Mißernten, ­
  hohe  Eisenbahnfrachten  und  die  Bearbeitung  des  Bodens
mittelst  Dampfpflügen  auf  ungeheuren  Strecken,  welche  den
Ansiedlern  das  Leben  verbittern  und  viele  von  ihnen  noch
weiter  nach  Westen,  in  die  milderen  Zonen  am  Stillen  Ozean,
in  die  Städte  oder  nach  dem  Osten  zurücktreiben.  Unter  den
Einwanderern  macht  sich  insbesondere  eine  Rückwanderung
nach  den  Mittelstaaten  des  Ostens  bemerkbar,  wo  zahlreiche
große  Städte  für  Obst,  Gemüse,  Hülsenfrüchte,  Geflügel,  W  ild
und  Fische  jahraus,  jahrein  einen  guten  Markt  bieten  und  die
Ansiedler  Schulen  und  Kirchen  und  andere  Segnungen  der
            
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