Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
dieser seiner römischen Gestalt führte die nach göttlichem, 
und natürlichem Rechte dem Gemeinwesen gehörige Grund 
rente in die Taschen von einzelnen und bereicherte diese-, 
auf Kosten der Masse, welche dadurch in Armut verblieb. 
Dabei stieg diese Abgabe für Benutzung des Bodens 
stetig, da nur ein Teil der Kapitalien in der Industrie Ver 
wendung fand, der andere aber sichere Anlage in Grund 
und Boden suchte. Dazu kam noch die starke Vermehrung 
der Bevölkerung, so daß die „Monopolrente“ in Form von 
Grundrente und Zins einen immer größeren Tribut von der 
Arbeit forderte. 
So lange der Boden gebunden war, überwog die Aus 
beutung durch Grundrente (Mittelalter) die durch Zins; 
nachdem aber gesetzlich der Boden ' dem freien Handel,, 
der freien Beleihung durch Hypotheken usw. anheimgegeben 
war, ist die Zinsausbeutung die stärkere geworden. No 
minell hat die Sklaverei und Hörigkeit der Bauern zu be 
stehen aufgehört, aber in "Wahrheit ist die Lage derselben 
unter der Zinsknechtschaft schlimmer als je. Diejenigen 
aber, welche keinen privaten Kredit erhalten, sind gezwungen,, 
um überhaupt Arbeit zu finden, Unternehmern ihre Dienste 
unter jeder Bedingung anzubieten. 
Liegt für uns der Kern der sozialen Frage in der gerechten. 
Güterverteilung, so werden wir bestrebt sein, die arbeits 
losen Einkommen, welche zu so enormen Reichtümern führen, 
verschwinden zu machen. Erkennen wir die private Grund 
rente und den Kapitalzins als die Grundlage allen arbeits 
losen Erwerbes, so liegt der Weg, der zu begehen ist, klar 
vor unseren Augen: die Nationalisierung der Grundrente, 
die Überführung der Grundrente — d. h. der Entschädigung 
für Benutzung der ewigen und unerschöpflichen Naturkräfte,, 
wie sie in dem beschränkten Erdboden sich äußern, — in 
die Gemeinschaft aller Bürger, statt in die Taschen einzelner. 
Wird der private Bezug der Rente unmöglich gemacht,.
	        
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